Eine Fähre liegt während eines Streiks von Seeleuten im Hafen von Piräus.  | Bildquelle: AFP

Streik der Seeleute Kein Fährverkehr in Griechenland

Stand: 03.09.2018 20:34 Uhr

Ein Streik griechischer Seeleute für höhere Löhne hat den Fährverkehr des Landes lahmgelegt und vielen Urlaubern den Heimweg abgeschnitten. Der Ausstand soll bis Mittwochmorgen verlängert werden.

Der komplette Fährverkehr zwischen den griechischen Inseln ist wegen eines Streiks der Seeleute eingestellt. Ein schnelles Ende des Ausstandes ist nicht in Sicht: Die Gewerkschaft der Fährbediensteten, PNO, hat angekündigt, dass der zunächst auf 24 Stunden angelegter Streik bis Mittwochmorgen verlängert wird. Der Fährverkehr war seit Montagmorgen weitgehend lahmgelegt. Wie die Hafenpolizei mitteilte, lief keine der größeren Fähren aus. Lediglich einige kleinere Schiffe pendelten zwischen den Inseln.

Eine Fähre liegt während eines Streiks von Seeleuten im Hafen von Piräus. | Bildquelle: dpa
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Im griechischen Hafen Piräus liegen die Fähren fest vertäut am Kai. Wegen des Streiks der Seeleute wurde der Betrieb bis Mittwoch eingestellt.

"Nicht konstruktive Haltung der Reeder"

Die Seeleute fordern Lohnerhöhungen von mindestens fünf Prozent, wie die Gewerkschaft mitteilte. Zuvor waren die Löhne wegen der Schuldenkrise Griechenlands acht Jahre lang unverändert geblieben. Die Reedereien seien bereit, ein Prozent mehr Lohn ab sofort und ein weiteres Prozent vom 1. Januar 2019 an zu zahlen, teilte der Verband der Reeder der Fähren mit. Das lehnte die Gewerkschaft ab und kündigte am Montagnachmittag an, dass der Streik wegen der "nicht konstruktiven Haltung der Reeder" verlängert werde.

Die Aktion kommt zum Ende der Sommerferien in Europa und könnte bis 180.000 Reisende betreffen. Der Branchenverband SEEN erklärte, der Ausstand habe zu "ernsten Problemen" geführt. Touristen säßen auf abgelegenen Inseln fest und hätten keine Möglichkeit, ihre gebuchten Flüge nach Hause anzutreten. Hotels bekämen die Auswirkungen des Streiks durch Stornierungen zu spüren, außerdem gelangten wichtige Lieferungen nicht zu den Inseln.

Vorsichtshalber keine Tickets für Montag

Vorsorglich waren am Sonntag zusätzliche Fähren eingesetzt worden, um den Inselbesuchern und Einheimischen vor dem angekündigten Streik die Reise aufs Festland zu ermöglichen. Die Reedereien hatten die Reisenden schon in der vergangenen Woche informiert und vorsichtshalber keine Tickets für Montag ausgegeben. Die Inseln, die keinen Flughafen haben, bleiben von der Außenwelt abgeschnitten, ein verlängerter Fährstreik würde voraussichtlich einen Mangel an Gütern bedeuten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. September 2018 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

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