Mark Zuckerberg | Bildquelle: AFP

Vor Aussage im US-Kongress Zuckerberg räumt persönliche Fehler ein

Stand: 10.04.2018 03:45 Uhr

Mark Zuckerberg steht ein schwerer Tag bevor. Nach Wochen voller Skandalmeldungen sagt der Facebook-Chef heute erstmals vor dem US-Kongress aus. Er dürfte frostig empfangen werden.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Mark Zuckerberg im Anzug und im Rampenlicht, so wie es der Facebook-Chef nicht gewohnt ist. Sein Auftritt im US-Kongress dürfte zu einem der schwierigsten Momente seiner Karriere gehören.

Zuckerberg muss mit ungemütlichen, harten Fragen rechnen. Hat Facebook im aktuellen Datenskandal genug getan? Sind die Nutzerdaten wirklich sicher? Der demokratische Senator Bill Nelson und seine Kollegen wollen nachhaken: "Welche Schutzmaßnahmen hat Facebook eingeführt, damit das nie wieder passiert …? Ehrlich gesagt, sie haben ein paar Maßnahmen ergriffen, aber die werden uns in Zukunft kaum schützen", so der Senator.

Datenskandal: Facebook-Chef Zuckerberg vor US-Kongress
tagesschau24 9:00 Uhr, 10.04.2018, Tim Seeger, ARD-aktuell

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Demut vor dem Auftritt

Große Skepsis schlägt dem Facebook-Gründer ins Gesicht. Bereits gestern hat sich Zuckerberg mit verschiedenen Politikern in Washington getroffen und so versucht, ihnen etwas Wind aus den Segeln zu nehmen, bevor es heute in die Höhle des Löwen geht.

Persönliches Schuldeingeständnis

So entschuldigte sich Zuckerberg im März erstmals öffentlich. Jetzt hat der 33-jährige Unternehmer noch einmal demütig nachgelegt. In einer vorab veröffentlichten Erklärung für die beiden Anhörungen heute und morgen liefert er ein ganz persönliches Schuldeingeständnis. Facebook habe bisher nicht genug getan, schreibt er. "Es war mein Fehler, es tut mir leid."

Worte, um frustrierte Abgeordnete wie Senator John Kennedy, ein Republikaner, vorab zu besänftigen. "Das versprochene digitale Utopia ist vermint. Herr Zuckerberg hat das Problem bisher nicht ausreichend angepackt. Wir hatten eine Anhörung und Herr Zuckerberg hatte seinen Rechtsanwalt geschickt. Er war sehr intelligent, sehr wortgewandt. Aber er hat im Grunde nichts gesagt", so Kennedy.

Facebook-Logo | Bildquelle: REUTERS
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Facebook droht weiter an Ansehen zu verlieren.

Regulierung droht

Damals im vergangenen Herbst ging es um mögliche russische Wahleinmischung durch massenhafte Facebook-Anzeigen. Dass nun die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern weltweit in die Hände der britischen Politikberatungsfirma Cambridge Analytica geraten sein sollen, dieser Datenskandal, ist für Washington der letzte Tropfen, der das Fass nun wohl zum Überlaufen gebracht hat.

Die oberste Verbraucherschutzbehörde ermittelt deswegen gegen das weltgrößte soziale Netzwerk und im Kapitol sprechen vor allem Demokraten immer offener davon, den großen Tech-Unternehmen künftig genauer auf die Finger zu schauen.

Immer häufiger fällt das R-Wort, auch im Interview mit dem Demokraten Richard Blumenthal im Radiosender NPR. R, wie Regulierung. "Europa ist uns beim Schutz der Privatsphäre voraus. Wie kann das sein? Wir brauchen strengere Regeln und müssen vielleicht auch regulieren - was selbst die Facebook-Verantwortlichen nicht ausgeschlossen haben", sagt Blumenthal.

Facebook in der Abwärtsspirale

Im Silicon Valley fürchtet man diesen Schritt. Nach den jüngsten Enthüllungen gingen die Facebook-Aktien auf Talfahrt. Wenn es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nicht gelingt, die kritischen Kongressabgeordneten und die Öffentlichkeit zu überzeugen, könnte das Unternehmen weiter an Wert verlieren. Mit den Daten der Nutzer verdient Facebook schließlich sein Geld.

Immerhin habe Zuckerberg aber erkannt, worum es gehe, ist der amerikanische Journalist Nicholas Thompson im "MSNBC"-Interview überzeugt. Der Facebook-Chef habe in den vergangenen anderthalb Jahren eine Menge durchgemacht und gelernt.

Jetzt gehe es darum, vor den Ausschussmitgliedern im Kongress keine Fehler zu machen.

Zuckerberg sagt vor US-Kongress aus
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
10.04.2018 07:21 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 10. April 2018 die tagesschau um 04:42 Uhr und Deutschlandfunk um 06:20 Uhr.

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