Polizei in Philadelphia | Bildquelle: AP

Todesschütze von Cleveland Mutmaßlicher Facebook-Mörder ist tot

Stand: 18.04.2017 19:19 Uhr

Der mutmaßliche Facebook-Mörder von Cleveland hat sich laut Polizei erschossen. Er hatte den Mord an einem 74-Jährigen gefilmt und das Video hochgeladen. Facebook-Gründer Zuckerberg räumte ein, das Unternehmen habe noch viel Arbeit vor sich.

Nach dem kaltblütigen Mord an einem Rentner in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio ist der mutmaßliche Täter nach Angaben der Polizei tot. Der Verdächtige sei im Bezirk Erie in Pennsylvania von Polizisten gesehen worden und habe sich nach einer kurzen Verfolgungsjagd selbst getötet, teilte die Polizei des Bundesstaates über Twitter mit.

Er soll am Sonntag einen 74 Jahre alten Rentner getötet und ein Video der Tat bei Facebook veröffentlicht haben. Die Polizei hatte zuvor eine Belohnung von 50.000 US-Dollar (rund 47.000 Euro) für Hinweise auf den Verdächtigen ausgesetzt.

Facebook-Video zeigte die Tat

Der Mann soll sein Opfer willkürlich ausgesucht haben. Nach Angaben der Polizei ist in dem Video zu sehen, wie der mutmaßliche Täter dem späteren Opfer den Namen einer Frau nennt. Sie sei der Grund, warum ihm dies nun geschehe. Das Opfer scheint den Namen nicht zu kennen. Danach richtet der Täter die Waffe auf den alten Mann und tötet ihn.

Facebook erklärte, das Video sei nicht - wie zunächst von der Polizei angegeben - live übertragen worden, sondern erst nach dem Mord hochgeladen worden. Das Video war nach unterschiedlichen Angaben zwischen zwei und drei Stunden in dem sozialen Netzwerk zu sehen, bevor es von Facebook gelöscht wurde. Das Unternehmen entfernte auch das Profil des mutmaßlichen Täters.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg | Bildquelle: AP
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg äußerte sich auf der aktuellen Entwicklerkonferenz auch zu der Tat.

Facebook will Meldesystem auf Prüfstand stellen

Facebook habe noch Arbeit vor sich, sagte Gründer und Chef Mark Zuckerberg zum Auftakt der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8. "Wir werden weiterhin alles tun, was wir können, um solche Tragödien zu verhindern." Facebook beschäftige Tausende Menschen rund um die Welt, die Millionen Facebook-Beiträge pro Woche prüften, so der zuständige Top-Manager Justin Osofsky. Nun solle auch das Meldesystem auf den Prüfstand gestellt werden.

Facebook hatte zuvor eine genaue Auflistung der Ereignisse veröffentlicht. Demzufolge postete der mutmaßliche Täter drei Videos: Im ersten kündigte er an, einen Mord begehen zu wollen. Facebook zufolge wurde dies von niemandem gemeldet. Zwei Minuten später lud der Mann ein Video hoch, auf dem der Mord zu sehen ist. Gemeldet wurde dies von Facebook-Nutzern aber erst knapp zwei Stunden später. Das dritte mit dem Bekenntnis zum Mord wurde elf Minuten nach dem Mordvideo live übertragen. Dies sei kurz darauf gemeldet worden.

"Wir haben das Benutzerkonto 23 Minuten nach dem ersten Bericht über das Mordvideo und zwei Stunden nach der ersten Meldung gelöscht. Wir wissen, dass wir da besser werden müssen", teilte Facebook mit.

Facebook-Mörder von Cleveland tötet sich selbst
M. Ganslmeier, ARD Washington
19.04.2017 10:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. April 2017 um 15:53 Uhr

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