Das Facebook-Logo vor einer australischen Flagge. | REUTERS

Nach Streit über Mediengesetz Facebook verspricht Milliarden für Journalismus

Stand: 25.02.2021 10:26 Uhr

Facebook will Nachrichtendienste in den nächsten drei Jahren mit mindestens einer Milliarde Dollar unterstützen. Nach dem Streit mit der australischen Regierung sei man "mehr als gewillt", mit Medienkonzernen zusammenzuarbeiten.

Nach dem heftigen Streit mit der australischen Regierung über das neue Mediengesetz zeigt sich Facebook nun hilfsbereit: Die Internetplattform will die Nachrichtendienste in den kommenden drei Jahren mit mindestens einer Milliarde Dollar unterstützen. Damit wolle man den Wert des Qualitätsjournalismus anerkennen, so der US-Konzern.

Facebook betont, dass man schon seit 2018 die Nachrichtenbranche mit 600 Millionen Dollar unterstützt habe. Mit der jüngsten Ankündigung will der US-Konzern nun offenbar dem Beispiel von Google folgen: Im vergangenen Jahr hatte Google ebenfalls eine Zahlung von einer Milliarde Dollar an die Verlage über die kommenden drei Jahre in Aussicht gestellt.

Einigung nach Streit über neues Gesetz

Der Milliardenzahlung von Facebook geht eine Auseinandersetzung über das australische Mediengesetz voran:  Mit dem neuen Gesetz namens "Media News Barging Code" will die australische Regierung erwirken, dass Facebook und Google den Verlagen für die Verbreitung von deren journalistischen Inhalten Geld zahlen müssen.

Google hatte einen Konflikt vermieden und Vereinbarungen mit mehreren Medienunternehmen geschlossen. Facebook hingegen hatte tagelang journalistische Nachrichteninhalte blockiert. Daraufhin hatte die australische Regierung angekündigt, die neue Impfkampagne gegen das Coronavirus im Internet zu bewerben - nur nicht auf Facebook.

Kompromiss zwischen Facebook und Australien

Nach tagelangen Gesprächen mit Facebook hatte die australische Regierung das Gesetz in einigen zentralen Punkten verändert. Durch die Änderungen an dem Gesetzestext bekommen die Internetunternehmen zwei Monate zusätzlich Zeit, um weitere Vereinbarungen mit den australischen Medienhäusern zu treffen. Facebook begrüßte die Anpassungen sehr.

Das Ringen um die Regulierung des Online-Nachrichtenmarktes in Australien findet weltweit Beachtung. In vielen Ländern gibt es ebenfalls Bestrebungen zu einer Neujustierung des Verhältnisses zwischen den Onlinekonzernen und den klassischen Medien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Februar 2021 um 00:00 Uhr in den Nachrichten.