Wie umgehen mit pöbelnden Kommentaren im Netz? Facebook steht im Zentrum der Debatte. | Bildquelle: dpa

Neue Kritik an Facebook Daten gingen auch an chinesische Firmen

Stand: 06.06.2018 14:35 Uhr

Facebook muss sich erneut für seinen Umgang mit Nutzerdaten rechtfertigen: Diese sollen weltweit an Dutzende Konzerne geflossen sein; auch an den von den USA als Risiko eingestuften Handyhersteller Huawei - der widerspricht.

Die Aufregung um den Missbrauch von Facebook-Daten durch die britische Analysefirma Cambridge Analytica hat sich noch nicht gelegt, da taucht neue Kritik an den Betreibern des Netzwerkes auf. Die "New York Times" berichtete, dass Daten von Facebook-Profilen über Jahre an weltweit rund 60 Firmen weitergegeben worden waren. Dazu sollen auch chinesische Technologie-Konzerne zählen, etwa die Handyhersteller Huawei, OPPO und TCL sowie die Computerfirma Lenovo.

Facebook bestätigt Datenweitergabe

Der Zugriff auf die Daten der Facebook-Nutzer sei vertraglich geregelt gewesen. So hätten die Firmen etwa auf den Beziehungs- und Karrierestatus des Facebook-Mitglieds sowie auf Daten von dessen Facebook-Freunden zugreifen können. Facebook bestätigte die Datenpartnerschaften. So hätten den Nutzern des Netzwerks ihre Kontodaten auch auf dem Handy zugänglich gemacht werden sollen. Die Weitergabe der Daten von Freunden bestritt das Unternehmen jedoch. Zudem betonte Facebook, mehr als die Hälfte der Verträge bereits aufgekündigt zu haben. Auch die Zusammenarbeit mit Huawei solle noch in dieser Woche beendet werden.

Huawei dementiert Datenspeicherung

Huawai erklärte, es habe niemals Facebook-Nutzerdaten gesammelt oder gespeichert. Die Kooperation mit Facebook habe darauf abgezielt, den Nutzern bessere Dienste anzubieten. "Wie alle führenden Smartphone-Anbieter" habe Huawei versucht, Facebook-Dienste für Nutzer bequemer nutzbar zu machen, erklärte Sprecher Joe Kelly.

Das chinesische Außenamt wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Eine Sprecherin sagte, China hoffe, die USA könnten ein faires, transparentes, offenes und freundliches Klima für den Betrieb und die Investitionen chinesischer Unternehmen bieten.

Fokus auf chinesischen Handykonzern Huawei

Gerade die Weitergabe von Daten an den chinesischen Smartphone-Hersteller war in den USA auf massiven Widerstand gestoßen. Denn schon 2012 hatte der US-Geheimdienst erstmals vor Huawei gewarnt. Mittlerweile wurde der Konzern als nationale Bedrohung eingestuft. Die USA befürchten, dass über dessen Technologie Spionage betrieben oder Cyberangriffe ausgeübt werden könnten.

Im Skandal um den möglichen Missbrauch der Facebook-Daten von weltweit bis zu 87 Millionen Facebook-Mitgliedern durch Cambridge Analytica hatte Facebook-Chef und Gründer des Netzwerks, Mark Zuckerberg, wiederholt Fehler eingeräumt. Er hatte sowohl vor dem US-Kongress als auch vor dem EU-Parlament Stellung zu dem Skandal genommen. Facebook hat angekündigt, Nutzerdaten künftig deutlich besser schützen zu wollen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 6. Juni 2018 um 7.36 Uhr.

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