Firmenschild an der Facebook-Zentrale | Bildquelle: dpa

Factchecking und Warnhinweis Was Facebook gegen Fake News tun will

Stand: 15.12.2016 19:00 Uhr

Dass man nun doch etwas gegen Fake News tun wolle, hatte Facebook-Chef Zuckerberg schon angekündigt. Nun ist klar, wie das geschehen soll: User sollen zum Beispiel Warnhinweise bekommen, wenn sie Fake News teilen.

Von Dennis Horn, WDR

Erst hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Kritik abgetan: "Ich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten", sagte er im Anschluss an die Präsidentschaftswahl in den USA. Wenige Tage später änderte er seine Haltung und stellte in einem eigenen Facebook-Beitrag eine ganze Reihe an Ideen vor, an denen gearbeitet werde. Jetzt macht Facebook damit Ernst: Das soziale Netzwerk will ab sofort mit konkreten Maßnahmen gegen Fake News vorgehen.

Zusammenarbeit mit externen Factchecking-Organisationen

Zu diesen Maßnahmen gehört zunächst eine verbesserte Meldefunktion: Dort, wo Nutzer dem sozialen Netzwerk bisher Beleidigungen oder andere Verstöße gegen die Facebook-Standards melden können, sollen sie demnächst auch Falschmeldungen zur Überprüfung einsenden können. Wird ein konkreter Beitrag von der Nutzerschaft besonders oft gemeldet, soll er schlechter eingestuft und damit seltener angezeigt werden.

Zusätzlich will Facebook besonders häufig gemeldete Beiträge externen Factchecking-Organisationen übermitteln. Dazu gehören in den USA zum Beispiel das Portal snopes.com oder das Fernsehnetzwerk ABC News. Kommen diese Organisationen zum Ergebnis, dass es sich bei den geprüften Beiträgen um Falschmeldungen handelt, will Facebook diese Beiträge in Zukunft mit deutlichen Warnhinweisen kennzeichnen.

Nutzern, die als Fake News gekennzeichnete Beiträge trotzdem posten oder teilen möchten, soll eine zusätzliche Meldung angezeigt werden, in der sie noch einmal bestätigen müssen, dass sie tatsächlich gewillt sind, den Beitrag in ihrem Profil zu veröffentlichen - obwohl er von den externen Factchecking-Organisationen als Fake News eingestuft wird.

Erstmal nur ein Test mit ausgewählten Nutzern

Mit diesen Maßnahmen bleibt Facebook bei seiner Haltung, sich nicht selbst zum "Richter" über einzelne Themen zu machen - und den Nutzern die Entscheidung zu überlassen, einzelne Beiträge trotzdem zu teilen. "Wir glauben daran, den Menschen eine Stimme zu geben - und daran, dass wir selbst nicht zum Richter über die Wahrheit werden können", sagt der zuständige Newsfeed-Produktchef Adam Mosseri.

Facebook testet System gegen "Fake-News"
tagesschau 20:00 Uhr, 15.12.2016, Demian von Osten, WDR

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Diese neuen Funktionen sollen erst einmal mit zufällig ausgewählten Nutzern in den USA getestet werden. Stellen sie sich als erfolgreich heraus, sollen sie weiter ausgerollt werden - erst einmal nur für alle Nutzer in den USA, später auch in andere Länder.

Noch diverse offene Fragen

Komplett verhindern lassen sich Fake News vermutlich auch mit diesen Maßnahmen nicht - zum Beispiel, wenn sie leicht verändert an anderer Stelle im Netz wieder auftauchen. Und wie geht Facebook am Ende damit um, wenn einzelne Beiträge gemeldet werden, die einfach nicht ins Weltbild vieler Nutzer passen - aber trotzdem nicht als klassische Falschmeldung zu bewerten sind? Auch diese Frage ist noch offen.

Der massive Druck auf Facebook scheint geholfen zu haben: Die Maßnahmen, die das Unternehmen jetzt an den Start bringt, gehören zu einer Liste von Punkten, die auch Kritiker des Netzwerks gefordert hatten. Zu den Forderungen gehören aber auch weitere mögliche Maßnahmen, zum Beispiel, vertrauenswürdige Absender stärker kenntlich zu machen, die Originalquellen zu verlinken oder Korrekturen von Falschmeldungen prominenter zu platzieren. Zu diesen Punkten hat sich Facebook bisher nicht geäußert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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