Aktivisten der "Extinction Rebellion"-Bewegung sitzen am Marble Arch in London auf der Straße. | Bildquelle: AFP

Klimaproteste Sitzblockade gegen das Aussterben

Stand: 15.04.2019 20:40 Uhr

Aktivisten der Bewegung Extinction Rebellion wollen in den kommenden Tagen weltweit für mehr Klimaschutz demonstrieren. Zum Auftakt blockierten sie wichtige Wahrzeichen in London.

Von Anne Demmer, ARD-Studio London

Rund 500 Menschen blockieren die Straße um die U-Bahn-Haltestelle Oxford Circus. Touristen unterbrechen ihre Shoppingtour und fotografieren den bunten Protest. Die Demonstranten trommeln, um sich Gehör zu verschaffen, schwenken mit bunten Fahnen auf denen geschrieben steht: "Act now" - Handelt jetzt!

Einige sind auch bereit, sich verhaften zu lassen, wie sie sagen. Auch die siebenjährige Ethal Golding kampiert in der Sonne mit ihrem Vater auf der Straße. "Ich will die Regierung dazu bringen, dass sie unsere Erde gut behandelt", sagt Ethal. Sie ist mit ihrem Vater aus Bristol angereist.

"Dinge müssen sich ändern", sagt Ethals Vater Matt Golding. Der Klimawandel müsse viel ernster genommen werden. In den 30 Jahren seines Lebens sei nichts ernsthaft unternommen worden, um den Klimawandel zu stoppen. "Wissenschaftler sagen für die nächsten 30 Jahre voraus, dass meine Tochter und ich schwierige Zeiten erleben werden." Er wolle, dass die Regierung jetzt Verantwortung übernimmt "und sich nicht vom Brexit ablenken lässt".

Aktivisten der "Extinction Rebellion"-Bewegung zelten nahe des Marble Arch in London | Bildquelle: AFP
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An vielen Orten in London haben die Aktivisten Zelte aufgeschlagen.

Auch Emma Thompson ist dabei

Golding und seine Tochter haben sich dem Protest der Bewegung Extinction Rebellion angeschlossen. Die Demonstranten rebellieren gegen das Aussterben. Sie wollen mit friedlichem Protest und zivilem Ungehorsam auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Zu den radikalen Forderungen der Aktivisten gehört, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2025 auf Null zu reduzieren. Die Regierung solle endlich die Wahrheit über den Klimawandel sagen, steht auf einem Banner.

Unter den Anhängern ist auch die Schauspielerin Emma Thompson. In einer Videobotschaft, die in den sozialen Netzwerken kursiert, ruft sie zum Protest auf. "Die internationale Rebellion beginnt", sagt sie in dem Video. "Es ist ein kreativer und friedlicher Protest. Es ist Zeit, dass wir unseren Planeten retten. Wie wir alle wissen: Es gibt keinen Planeten B."

"Bis die Regierung mit uns spricht"

Die Initiative hat sich im Herbst letzten Jahres in Großbritannien gegründet, Klimaaktivisten haben sich in den letzten Monaten weltweit angeschlossen, aus Mexiko City, Berlin, Vancouver. Laut eigenen Angaben gehören mittlerweile rund 70.000 Menschen der Bewegung an.

Elana gehört zu den Organisatoren in London. "Wir blockieren heute fünf Orte in London", erklärt sie. "Dort, wo besonders viel los ist und viele Touristen unterwegs sind." Sie hofft, dass sich Zehntausende Menschen dem Protest anschließen. "Wir werden solange weitermachen, bis die Regierung mit uns über unsere Forderungen spricht."

Rebellion gegen das Aussterben - Klimaprotest in London
Anne Demmer, ARD London
15.04.2019 18:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2019 um 21:00 Uhr.

Korrespondentin

Anne Demmer  | Bildquelle: Klaus Dieter Freiberg Logo rbb

Anne Demmer, rbb

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