Soldaten und Polizei sperren das Gebiet ab, nachdem zwei Bomben vor einer römisch-katholischen Kathedrale (Hintergrund rechts) in Jolo, der Hauptstadt der Provinz Sulu auf den Südphilippinen, explodierten. Das Foto wurde von den philippinischen Streitkräften zur Verfügung gestellt. | Bildquelle: dpa

Philippinen Tote bei Anschlag auf Kirche

Stand: 28.01.2019 03:09 Uhr

Bei einem Anschlag mit zwei Bomben auf eine Kirche auf den Philippinen sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 110 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

Durch zwei Explosionen in und vor einer katholischen Kirche im unruhigen Süden der Philippinen sind während eines Gottesdienstes mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 110 Menschen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Die erste Explosion habe sich während einer Messe im Inneren der Kathedrale in der Stadt Jolo in der Provinz Sulu ereignet, die zweite auf einem Parkplatz vor dem Gotteshaus, als Sicherheitskräfte eingetroffen seien, sagte der regionale Militärsprecher Gerry Besana. Jolo liegt rund 1000 Kilometer südlich von der Hauptstadt Manila.

Menschen gehen in Jolo neben einem Panzer her | Bildquelle: BEN HAJAN/EPA-EFE/REX
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Vor wenigen Tagen wurde in einem Referendum beschlossen, dass die Region, in der sich Jolo befindet, autonom werden soll.

Motiv noch unklar

Der Chef der nationalen Polizei, Oscar Albayalde, sagte, dass unter den Opfern Soldaten seien. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich, wie die auf Beobachtung von Terrorpropaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete. In der Region sind muslimische Rebellen aktiv.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte verurteilte die Anschläge als "gottlosen Akt". Die Täter würden "gnadenlos zur Strecke gebracht". Auch Verteidigungsminister Delfin Lorenzana verurteilte den Angriff. Alle Kirchen und öffentlichen Plätze würden gesichert, um weitere mögliche Angriffe zu vereiteln.

Auch Papst Franziskus verurteilte den Anschlag. Während eines Mittagsgebets beim katholischen Weltjugendtag in Panama sprach er von einem "terroristischen Angriff". Er bete für ein "friedliches Zusammenleben" in der betroffenen Region.

Die philippinische Bischofskonferenz bezeichnete den Anschlag ebenfalls als Terrorismus. Deren Vorsitzender, der Erzbischof Romulo Valles, rief dazu auf, zum "Beginn der Phase des Friedensprozesses" durch die Schaffung der autonomen muslimischen Region auf Mindanao "Hand in Hand mit dem friedliebenden Muslimen und den Ureinwohnern gegen gewaltsamen Extremismus vorzugehen".

Bombenanschlag auf katholische Kirche auf den Philippinen
tagesschau 20:00 Uhr, 27.01.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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Region soll autonom werden

Der Angriff könnte mit dem Ergebnis einer Volksabstimmung in der südlichen Region Mindanaos zusammenhängen. Am Freitag hatte die Wahlkommission bekannt gegeben, dass dort der Bildung einer neuen muslimischen autonomen Einheit, der Region Bangsamoro, zugestimmt worden sei. Das Gesetz zur Schaffung dieser Region war ein wichtiger Teil des Friedensabkommens zwischen der philippinischen Regierung und der Moro Islamischen Befreiungsfront aus dem Jahr 2014. Damit soll ein seit fast 50 Jahren andauernder separatistischer Aufstand mit rund 150.000 Toten beendet werden.

Obwohl Bewohner der meist muslimischen Regionen den Autonomie-Deal guthießen, lehnten ihn die Wähler in der Provinz Sulu - wo sich Jolo befindet - ab. Die Provinz gilt als Ursprungsort einer gegen den Pakt eingestellten Rebellen-Splittergruppe und der Extremistengruppe Abu Sayyaf, die nicht Teil des Friedensprozesses ist. Der Insel Jolo macht seit Langem die Präsenz von Abu Sayyaf zu schaffen, die von den USA und den Philippinen wegen jahrelanger Bombenanschläge, Entführungen und Enthauptungen als Terrororganisation geführt wird.

Doppelanschlag auf Kirche im Süden der Philippinen
Lena Bodewein, ARD Singapur
27.01.2019 20:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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