Nach einer Explosion zerstörtes Haus in Madrid | AFP

Mindestens drei Tote Gasleck ist Ursache der Explosion in Madrid

Stand: 20.01.2021 23:24 Uhr

Die Explosion in einem sechsstöckigen Gebäude in Madrid ist auf ein Gasleck zurückzuführen. Das bestätigte das spanische Innenministerium. Mindestens drei Menschen starben, elf wurden verletzt.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Die Calle Toledo ist von Trümmerteilen übersäht: Steine, Metallstücke, Glasscherben. Geparkte Autos auf der belebten Straße sind in Staub gehüllt. Die Fassade des explodierten Gebäudes ist stark beschädigt: Die oberen vier Etagen haben keine Außenwände mehr.

Oliver Neuroth ARD-Studio Madrid

Irene Cacabelos kann all das aus einem Fenster ihrer Wohnung sehen. Sie berichtet im Sender TVE: "Ich hörte eine heftige Explosion, ich war gerade zu Hause. Ich sah Trümmer durch die Luft fliegen."

Nachbargebäude gesichert

Gleich neben dem Gebäude ist ein Altenheim. Und auf der anderen Seite befindet sich der Pausenhof einer Schule. Später stellt sich heraus, dass zum Zeitpunkt der Explosion niemand in der Schule war, der Hof war ebenfalls leer. Nach dem heftigen Schneefall vor anderthalb Wochen ist der Verkehr in Madrid immer noch beeinträchtigt - erst morgen hätte in der Schule der Unterricht wieder anlaufen sollen.

Alle Bewohner des Altenheimes sind in Sicherheit, bestätigt Heimleiter Antonio Berlanga. "In unserem Gebäude waren etwas mehr als 100 Menschen. Die Heimbewohner haben wir in ein Hotel gegenüber gebracht." Da sollen sie bleiben, bis die Arbeiten der Feuerwehr abgeschlossen sind.

Rauchwolke nach Explosion Madrid | dpa

Das Gebäude ist fast vollständig zerstört - Trümmer, Rauch und Schutt auf der Straße nach der Explosion. Bild: dpa

Explosionsursache geklärt

Inzwischen hat ein Vertreter des spanischen Innenministerium die ersten Spekulationen zur Unglücksursache bestätigt: die Explosion wurde durch ein Gasleck ausgelöst. Ein Elektriker, der an einem Boiler gearbeitet hatte, gilt noch als vermisst.

Nach der Explosion habe es im Inneren des Gebäudes gebrannt. "Die Löscharbeiten waren schwierig: Noch mehr Gas hätte ausströmen und zu weiteren Schäden an den Nachbarhäusern führen können", ergänzt der Bürgermeister.

Gebäude wohl nicht mehr bewohnbar

Das sechsstöckige Gebäude ist wahrscheinlich nicht mehr bewohnbar, heißt es von der Feuerwehr. Bislang wurden in dem Haus Priester ausgebildet und Obdachlose mit Mahlzeiten versorgt.

Madrid hat aber noch Glück im Unglück. Die Explosion eines Stadthauses inmitten des Zentrums hätte auch deutlich mehr Menschenleben kosten können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2021 um 20:00 Uhr.