CSU-Abgeordneter Weber führt EVP-Fraktion Mit leisen Tönen an die Spitze

Stand: 04.06.2014 13:27 Uhr

Seine Partei hatte einen Wahlkampf mit deutlich europakritischen Tönen geführt, doch das hat seinen Aufstieg im Europaparlament nicht gebremst. Die christdemokratischen EVP-Fraktion hat den CSU-Abgeordneten Manfred Weber zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Bislang hatte er den Posten als stellvertretender Sprecher inne und löst den Franzosen Joseph Daul ab.

Manfred Weber
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Spricht nun für die europäischen Konservativen: Manfred Weber

Weber hat sich im Parlament vor allem als Innenpolitiker einen Namen gemacht. Europäische Parteifreunde loben seine zurückhaltende Art, die bei der Parteispitze in München indes weniger gut ankam. CSU-Chef Horst Seehofer und andere beklagten sich wiederholt darüber, dass Weber zu leise sei und zu wenig auf den Putz haue.

Tatsächlich blieb er als Chef der CSU-Zukunftskommission, die eigentlich eine Art Denkfabrik der Christsozialen sein soll, seit Übernahme dieses Amtes 2009 unauffällig. Bei der Ausübung seines Spitzenpostens dürfte ihm das aber helfen.

Weber muss einen Kompromiss schmieden

Als EVP-Fraktionsvorsitzender organisiert der studierte Ingenieur gemeinsam mit Kollegen anderer Parteien und dem Parlamentspräsidenten die Arbeit des Parlaments. Ihn erwartet nun vor allem die schwierige Aufgabe, die Verhandlungen zwischen Europaparlament und den Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Staaten über den neuen Kommissionspräsidenten mit zu führen.

Die EVP fordert die Nominierung ihres Spitzenkandidaten bei der Wahl, des ehemaligen luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker. Dieser stößt aber bei Großbritannien und weiteren Ländern auf Vorbehalte.

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