Satellitenaufnahme des gewaltigen Ölteppichs östlich von Zypern | dpa

Mittelmeer Großer Ölteppich treibt auf Zypern zu

Stand: 31.08.2021 18:00 Uhr

Zyperns Küste wird von einem großen Ölteppich bedroht, der über das Mittelmeer auf die Insel zutreibt. Das Öl kommt aus Syrien, wo es vergangene Woche bei einem Kraftwerk-Unfall ausgetreten war.

Ein riesiger Ölteppich treibt derzeit östlich der Mittelmeerinsel Zypern. Er bewegt sich westwärts und könnte die Küste im Nordosten der Urlaubsinsel bei der Landzunge Karpasia (türkisch: Dipkarpaz) in Kürze erreichen. Das teilte der für die Umwelt zuständige zyprische Minister Kostas Kadis im zyprischen Rundfunk mit.

Länder wie Griechenland seien bereit, beim Schutz der Küste Zyperns vor Verschmutzung zu helfen. Das Öl sei vor etwa einer Woche aus einem syrischen Elektrizitätswerk ins Meer gelangt, sagte Kadis weiter.

Heizöl aus syrischem Kraftwerk

Erste Berichte über auslaufendes Heizöl aus dem Kraftwerk in der syrischen Hafenstadt Banias hatte es bereits in der vergangenen Woche gegeben. Der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge wurde das Leck durch einen Unfall verursacht. Die syrische Regierung erklärte am Montag in der regierungsnahen Zeitung "Al-Watan", dass ein Ausschuss zur Untersuchung der Unfallursache gebildet worden sei. Demnach traten nur zwischen zwei und vier Tonnen Heizöl aus dem Kraftwerk aus. Banias ist rund 160 Kilometer von Zypern entfernt.

Am Montag zeigten erste Satellitenbilder einen 36 Kilometer langen Ölteppich vor der syrischen Küste, neuere Bilder deuten darauf hin, dass der Ölteppich deutlich größer sein könnte. Nach Angaben des zyprischen Fischereiministerium vom Montag handelte es sich aber eher um einen relativ dünnen Ölschleier als um einen dicken Ölteppich. Das Forschungszentrums Eratosthenes der Universität von Zypern veröffentlichte am Abend Satellitenbilder des im Meer treibenden Öls auf Twitter.

Zusammenarbeit bei Ölpest?

Die Landzunge Karpasia, wo das Öl auf Land treffen wird, liegt im türkisch-zyprischen Norden. Die zyprischen Behörden boten Nordzypern ihre Hilfe im Umgang mit dem Öl an.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Damals wurde der nördliche Teil der Mittelmeerinsel von der Türkei besetzt. Nordzypern wird jedoch von der internationalen Staatengemeinschaft mit Ausnahme der Türkei nicht anerkannt. Die Kooperation zwischen den beiden Inselteilen ist minimal.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. August 2021 um 12:00 Uhr.