Waldbrand bei Landiras im Südwesten Frankreichs | AP

Waldbrände vielerorts In Südeuropa bleibt es heiß und trocken

Stand: 14.07.2022 16:00 Uhr

Hitze und Dürre machen den Ländern in Südeuropa weiter zu schaffen. In Spanien gilt in einigen Regionen Alarmstufe Rot. Auch in Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich brennt es. Ein Großfeuer in Kroatien ist weitgehend unter Kontrolle.

In den südeuropäischen Urlaubsländern brechen immer mehr Brände in den ausgetrockneten Wäldern aus. Das Problem verschärft sich zusehends, gleichzeitig werden in Italien und Frankreich in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet.

In Italien herrscht seit Wochen eine extreme Dürre. Auf der Ferieninsel Sizilien gilt in weiten Teilen noch immer eine erhöhte Waldbrand-Warnstufe, ebenso wie auf Sardinien. Zuletzt waren Feuerwehrkräfte immer wieder zu Wald- und Buschbränden ausgerückt, etwa in Südtirol, der Toskana sowie in und um Rom.

In fünf nördlichen Regionen entlang des Flusses Po verhängte die Regierung wegen der Trockenheit bereits den Notstand. Weitere Regionen könnten folgen, wie Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli sagte.

Dürrerekord in Frankreich erwartet

In Frankreich erwarten Meteorologen bis Ende Juli einen Dürrerekord. Zwar hatte es in der zweiten Junihälfte vielerorts Unwetter mit viel Regen gegeben, doch der Effekt ist weitgehend verflogen - und die Böden trocknen wieder aus.

An der Atlantikküste nahe der Großstadt Bordeaux dauern die Waldbrände an. Mehr als 3700 Hektar Land fielen den Flammen zum Opfer, wie die Präfektur der Gironde mitteilte. In den frühen Morgenstunden räumten Einsatzkräfte eine weitere Siedlung und brachten etwa 60 Menschen in Sicherheit. Im Bereich bei Teste-de-Buch sei die Situation noch immer ungewiss, denn der Zugang sei hier schwierig. Bei den Bränden um Teste-de-Buch und Landiras sind laut Präfektur rund 1000 Feuerwehrleute im Einsatz.

In dem Gebiet gilt mittlerweile die Waldbrand-Warnstufe Orange. Auf Wald- und Landwegen dürfen ab nachmittags nun keine motorisierten Gefährte mehr verkehren.

In stark bewaldeten Kommunen ist Feuerwerk vorerst verboten. Heute ist Nationalfeiertag in Frankreich. Üblicherweise gibt es an diesem Tag überall im Land viel Feuerwerk. Drei Flugzeuge des Zivilschutzes, die bei der Militärparade in Paris anlässlich des Nationalfeiertags mitfliegen sollten, seien derzeit im Einsatz, um die Waldbrände zu löschen, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes dem Sender BFMTV.

Ein Löschflugzeug fliegt über das Waldgebiet bei Landiras in Frankreich. | AFP

In Frankreich sind Löschflugzeuge im Einsatz. Bild: AFP

Großbrand in Kroatien unter Kontrolle

Ein leichtes Aufatmen gibt es in Kroatien: Der Waldbrand nahe der dalmatinischen Stadt Sibenik ist seit dem Morgen weitgehend unter Kontrolle. Die Brandherde an der sogenannten Krka-Riviera breiten sich nicht mehr unkontrolliert aus und sind eingegrenzt, wie der Zivilschutz in Sibenik mitteilte. Zugleich sind in den betroffenen Gebiete große Schäden zu beklagen. Der Brand, der 24 Stunden zuvor ausgebrochen war, zerstörte den Angaben zufolge in den Gemeindegebieten von Vodice, Zaton und Raslina rund 3000 Hektar an Vegetation. Darunter sind Laub- und Nadelbäume, Gebüsch und Wiesen, aber auch Weinstöcke und Olivenbäume.

In Zaton und Raslina brannten mindestens 20 Häuser ab. Die Bewohner dieser beiden Dörfer hatten die Behörden am Mittwoch mit Booten über die Stubalj-Bucht in Sicherheit gebracht. Bei der Bekämpfung des Brandes kamen 350 Feuerwehrleute, Dutzende Löschfahrzeuge und fünf Löschflugzeuge zum Einsatz. Erst am letzten Wochenende hatte ein Brand nahe der Stadt Pula auf der Halbinsel Istrien 40 Hektar Vegetation vernichtet.

Waldbrand auf Samos wütet weiter

Auf der griechischen Insel Samos wütet im Westen den zweiten Tag in Folge ein großer Waldbrand. Feuerwehrleute und freiwillige Helfer hätten die ganze Nacht über gegen die Flammen gekämpft, teilte die Feuerwehr mit. Bei Tagesanbruch hätten auch die Löschhubschrauber und -flugzeuge die Arbeit wieder aufgenommen. Das Militär und die Kommunalverwaltung unterstützten mit Baumaschinen und Wassertankwagen.

Gestern war bei den Löscharbeiten ein Hubschrauber ins Meer gestürzt. Zwei der vier Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. Warum der Hubschrauber abstürzte, ist noch unklar. In der Region herrschte starker Wind, was die Arbeit der Feuerwehr erschwerte.

Notstand in Portugal verlängert

Auch in Portugal wüten in verschiedenen Teilen des Landes zahlreiche Waldbrände. Insgesamt kämpften rund 1900 Einsatzkräfte gegen die Feuer. Brände in Aveiro im Norden und in Leiria im Zentrum des Landes, in Setúbal, etwa 50 Kilometer südlich von Lissabon, sowie in Faro im Süden bereiteten die größten Sorgen. Der seit Montag in ganz Portugal geltende dritthöchste Notstand werde bis inklusive Sonntag verlängert, gab Ministerpräsident António Costa bekannt.

Alarmstufe Rot in Teilen Spaniens

In Spanien finden unterdessen Ventilatoren reißenden Absatz: So kletterten in Bilbao im Norden des Landes die Verkaufszahlen nach Medienberichten um mehr als 50 Prozent in die Höhe. In 16 der insgesamt 17 Autonomen Gemeinschaften Spaniens sollte heute weiterhin Hitzealarm gelten, in fünf dieser Regionen teilweise sogar Alarmstufe Rot.

Ein Waldbrand nähert sich einen Haus in Portugal. | AP

Wegen der Brände und der Hitze wurde in Portugal der Notstand ausgerufen. Bild: AP

Im Gegensatz zur extremen Hitze im Mittelmeerraum werden in Deutschland zwar hochsommerliche, aber vergleichsweise angenehme Temperaturen erwartet. Richtig heiß wird es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) nur im Süden, dort ist mit bis zu 35 Grad im Breisgau zu rechnen. Weniger warm wird es im Norden mit Höchstwerten zwischen 18 und 21 Grad, im Rest des Landes sind 22 bis 28 Grad zu erwarten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juli 2022 um 09:00 Uhr.