Chinook-Helikopter des ägyptischen Militärs im Einsatz gegen die Brände in Griechenland. | REUTERS

Waldbrände und Hitze Regen lässt Griechen hoffen

Stand: 12.08.2021 11:10 Uhr

Noch ist die Gefahr nicht gebannt, doch die Lage in den Waldbrandgebieten in Griechenland und in der Türkei entspannt sich. In Italien wurde für viele Städte die höchste Hitzewellen-Stufe ausgerufen.

Regenfälle haben in der Nacht bedeutend beim Kampf gegen die Brände in Griechenland geholfen. Sowohl auf der zweitgrößten Insel Euböa als auch auf der Halbinsel Peloponnes erloschen nach übereinstimmenden Berichten von Reportern vor Ort viele Feuer. Es sei viel besser, sagten auch mehrere Bürgermeister auf der Halbinsel Peloponnes übereinstimmend im Staatsrundfunk. In vielen Fällen empfingen Autofahrer die ersten Regentropfen mit Hupkonzerten, wie der Nachrichtensender Skai berichtete.

Die Dürre war der Hauptgrund für die verheerenden Brände, bei denen ersten Schätzungen zufolge mehr als 90.000 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land sowie Tausende Häuser zerstört wurden. Unzählige Tiere starben. Die Feuerwehr warnte, die Gefahr sei noch nicht vorbei. In vielen Fällen brannte es noch im Unterholz und neue Brände könnten ausbrechen. Zudem wehten landesweit starke Winde. Alle Feuerwehreinheiten aus mehr als 20 Nationen sind weiter in höchster Alarmbereitschaft.

Großbrand in der Türkei unter Kontrolle

Auch in der Türkei entspannt sich die Lage offenbar. So konnte ein Großbrand in der südwesttürkischen Provinz Mugla zwei Wochen nach Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Einsatzkräfte seien dabei, das Gebiet im Bezirk Köycegiz abzukühlen, schrieb Forstminister Bekir Pakdemirli in der Nacht auf Twitter. Zuletzt hatten starke Winde die Löscharbeiten in der Region behindert.

Seit Ende Juli waren in der Türkei mehr als 200 Feuer ausgebrochen, darunter 16 große Waldbrände. Mehr als die Hälfte der 81 Provinzen war betroffen. Inzwischen wurden die meisten Brände unter Kontrollen gebracht. Besonders in den Küstenprovinzen Antalya und Mugla hat das Feuer große Zerstörung angerichtet. Acht Menschen kamen ums Leben.

In Italien müssen sich Einwohner und Touristen in vielen Teilen des Landes auf weitere Hitzetage einstellen. Das Gesundheitsministerium gab für heute und Freitag die höchste Hitzewellen-Stufe drei für viele italienische Städte heraus. Demnach dürfte es etwa in Bari an der südlichen Adriaküste, in der Hauptstadt Rom sowie in Palermo und Triest sehr heiß werden.

Auf Sizilien zeigte am Mittwoch in der Provinz um die Stadt Syrakus eine Messstation 48,8 Grad Celsius an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Wert könnte demnach ein europäischer Rekord sein - allerdings müsste er dafür offiziell bestätigt werden. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden.

Insgesamt vier Tote in Kalabrien

Die Zahl der Waldbrandtoten in Kalabrien hatte sich laut Medienberichten am Mittwoch auf vier erhöht. In dem Ort Cardeto in der süditalienischen Region Kalabrien wurde ein vermisster Rentner tot auf seinem Grundstück gefunden, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Abend berichtete. Der Mann sei an Verbrennungen gestorben.

Der italienische Zivilschutz erhielt nach eigenen Angaben zehn Anfragen für Luftunterstützung mit Löschflugzeugen aus Kalabrien - so viele wie aus keiner anderen Region an dem Tag. Landesweit brachten die Piloten aus der Luft vier Brände unter Kontrolle oder konnten sie löschen. Bei dreien war demnach keine Luftunterstützung möglich.

In Algerien erhöhte sich die Zahl der Toten nach den verheerenden Waldbränden im Land weiter. Mindestens 49 Zivilisten seien in den Flammen gestorben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf den Generalstaatsanwalt der besonders betroffenen Region Tizi Ouzou. Womöglich gebe es demnach auch Hunderte Verletzte.

28 Soldaten bei Rettungseinsätzen in Algerien getötet

Nach Angaben des staatlichen Fernsehens wurden zudem 28 Soldaten bei Rettungseinsätzen getötet. Insgesamt waren mehr als 100 Brände in dem nordafrikanischen Land ausgebrochen. Die Regierung geht von Brandstiftung aus. Menschen, die in den Flammen ihre Häuser verloren oder vorsorglich in Sicherheit gebracht wurden, kommen nach Medienberichten vorübergehend in Studentenwohnheimen, Schulen oder bei Gastfamilien unter. Aus der EU sollen heute zwei Löschflugzeuge eintreffen, die zuvor in Griechenland im Einsatz waren.

Über dieses Thema berichtete am 12. August 2021 die tagesschau um 09:00 Uhr und Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten.