Das Satellitenbild zeigt einen Waldbrand in Manavgat, Türkei. | Planet Labs Inc./dpa

Feuer in mehreren Ländern Waldbrände am Mittelmeer wüten weiter

Stand: 04.08.2021 22:03 Uhr

Mehrere Länder im Mittelmeerraum sind weiterhin von heftigen Wald- und Buschbränden betroffen. Die extreme Hitze und die teils heftigen Winde bereiten den Einsatzkräften zudem Schwierigkeiten.

Extreme Hitze bis zu 44 Grad und langanhaltende Trockenheit - viele Regionen rund um das Mittelmeer leiden seit Tagen unter einer Hitzewelle historischen Ausmaßes. Die Folge sind weit verbreitete Wald- und Buschbrände. Der zum Teil starke Wind facht die Feuer immer wieder an - die Schäden sind immens. Betroffen sind bislang Griechenland, die Türkei, Italien und Regionen in Albanien und dem Kosovo.

Feuer bedroht Athen und Olympia

In Griechenland sind die ersten Brände bereits vergangene Woche ausgebrochen. Allein auf der Halbinsel Peloponnes waren es letztes Wochenende laut Zivilschutz knapp 60 Feuer. Die meisten von ihnen seien mittlerweile unter Kontrolle, allerdings wurden mehr als 3000 Hektar Kiefern- und Olivenhaine zerstört.

Inzwischen ist auch die Hauptstadt Athen von den Bränden betroffen. Mehr als 500 Feuerwehrleute kämpfen dort gegen einen Großbrand in den nördlichen Vorstädten der Stadt. Wegen der starken Rauchentwicklung und der Windstille war die Sicht auf wenige Hundert Meter beschränkt. Dichter Rauch stieg über der Stadt auf, die Gesundheitsbehörden forderten Einwohner mit Atemwegsproblemen zum Verbleib in ihren Wohnungen auf.

Ein neuer Waldbrand gefährdet nun auch das Dorf Olympia auf der Halbinsel Peloponnes. Der griechische Zivilschutz ordnete per SMS die Einwohner an, den Ort zu verlassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die berühmte antike Stätte Olympia, bei der vor den Spielen stets das Olympische Feuer entzündet wird. "Wir haben all unsere Einsatzkräfte nach Olympia geschickt, um Menschenleben und unsere antike Tradition zu retten", sagte der Bürgermeister von Pyrgos dem griechischen Sender Open.

Heftige Brände auch in der Türkei

Auch die Feuer an der türkischen Mittelmeerküste halten Einsatzkräfte und Bevölkerung weiter in Atem. Derart große Brände habe es seit mehr als zehn Jahren nicht gegeben, sagte Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität. Das türkische Forstamt teilte mit, acht Brände seien weiterhin nicht unter Kontrolle.

Die Feuer wüten seit Tagen an der bei Touristen beliebten Mittelmeerküste. Besonders betroffen sind die Regionen Antalya und Mugla. Etliche Menschen mussten vor den Bränden fliehen. Landwirte der Region berichteten, sie hätten teilweise ihr Vieh dem Feuer überlassen müssen und all ihr Hab und Gut verloren. Bisher starben acht Menschen im Zusammenhang mit den Bränden.

Das Feuer zerstöre Wälder und Felder, sagte Tolunay. Das genaue Ausmaß sei erst zu beziffern, wenn die Brände vollständig gelöscht seien. Schätzungen zufolge seien aber bisher mehr als 100.000 Hektar den Feuern zum Opfer gefallen.

In Italien vor allem Sizilien betroffen

Auch in Italien kämpfte die Feuerwehr weiter gegen Flammen. Die Einsatzkräfte sprachen von landesweit 530 Waldbrandeinsätzen allein am Dienstag. Mehr als die Hälfte davon gab es in Sizilien, Kalabrien und Apulien. Die Flammen loderten an Stränden, Ferienorten, in Wäldern und um Wohngebiete.

Die Zivilschutzbehörde stufte die gesamte Insel Sizilien in die höchste Brandrisikostufe ein. Zudem sagte sie für Palermo und Catania Hitzewellen mit Temperaturen um 40 Grad Celsius voraus. Der Regionalpräsident der Insel hatte wegen der Flammen Hilfe aus Rom erbeten.

Auch die italienische Region Molise beantragte den Notstand. Grund dafür seien die Feuer der vergangenen Tage an der Adriaküste der Region und im Landesinneren gewesen, teilte der Präsident der kleinen süditalienischen Region mit. Bei den Buschfeuern mussten die Feuerwehren laut Medienberichten teils Häuser evakuieren und Menschen in Sicherheit bringen.

In den betroffenen Regionen sind Löschflugzeuge im Einsatz. Auch Frankreich schickte zwei Flieger zur Unterstützung. Trockenheit, Hitze und Winde fachen die Brände immer wieder an. Außerdem sollen Brandstifter einen Großteil der Feuer gelegt haben. Die Polizei nahm in den vergangenen Tagen immer wieder Verdächtige fest.

Zwei Todesopfer durch Brände in Bulgarien

In mehreren Landesteilen Bulgariens sind ebenfalls durch hohe Temperaturen Waldbrände ausgebrochen. Beim Löscheinsatz gegen ein Feuer im Raum Sandanski nahe der Grenze zu Griechenland kamen zwei Forstmitarbeiter ums Leben. Ein dritter Helfer wurde mit Verbrennungen in ein Krankenhaus eingeliefert, wie Medien berichteten.

Im Süden des Landes entbrannten zwei weitere Waldbrände, während andere Feuer langsam unter Kontrolle gebracht werden konnten. Ein Großbrand am Fuß des Balkangebirges bei Karlowo wurde gebändigt, hieß es beim Fernsehsender bTV. Auch ein seit Tagen lodernder Brand im Südwesten Bulgariens sei mittlerweile unter Kontrolle.

Letzterer Brand hatte Teile des Dorfes Dolno Selo getroffen, dabei aber vor allem alte und verlassene Häuser zerstört. Verletzt wurde niemand. Die Stromzufuhr und die Versorgung mit Leitungswasser in dem Ort sind jedoch noch immer unterbrochen.

Angespannte Lage auch in Albanien und dem Kosovo

Seit einigen Tagen haben auch Regionen in Albanien und dem Kosovo mit Wald- und Buschbränden zu kämpfen. Während im Süden Albaniens die Waldbrände gelöscht werden konnten, brachen auf der im Norden gelegenen Adria-Halbinsel Karaburun neue Feuer aus. Im südalbanischen Dorf Asim Zeneli starb ein 64-jähriger Mann an seinen Verbrennungen.

Heftige Brände wüten auch im Kosovo. Im zentralkosovarischen Malisheva starb nach Polizeiangaben ein weiterer Mann.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. August 2021 um 16:00 Uhr.