Neue Eruptionen am Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma | AP

Vulkan kommt nicht zur Ruhe Neuer Lavastrom auf La Palma

Stand: 01.10.2021 19:29 Uhr

An dem vor zwei Wochen ausgebrochenen Vulkan auf der Insel La Palma haben sich zwei neue Spalten gebildet, aus denen Lava fließt. Laut Behörden ist der Vulkan "viel aggressiver" geworden. Forscher verzeichneten acht neue Beben.

Aus dem Vulkan im Gebirgszug Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma ergießt sich neue Lava. Es bildeten sich zwei weitere Spalten, aus denen die Lava austrat. Die Behörden berichteten von einer "intensiven vulkanischen Aktivität" in der Gegend.

Durch die neuen, etwa 15 Meter voneinander entfernt gelegenen Risse sprühten feurig rote und orange geschmolzene Gesteinsbrocken in Richtung des Meeres - parallel zu einem Lavastrom, der zuvor in dieser Woche den Atlantik erreicht hatte.

Der Vulkan war fast zwei Wochen nach dem Ausbruch "viel aggressiver", wie Miguel Ángel Morcuende, Technischer Direktor der zuständigen Behörde für Vulkanausbrüche auf den Kanarischen Inseln, berichtete. Über Nacht verzeichneten Wissenschaftler zudem acht neue Erdbeben mit Stärken bis zu 3,5. Gas und Asche wurden in eine Höhe von bis zu 6000 Metern ausgestoßen, wie es hieß.

80 Millionen Kubikmeter Lava freigesetzt

Wie der Präsident der kanarischen Regionalregierung, Ángel Víctor Torres, erklärte, sind seit dem Beginn des Ausbruchs am 19. September bereits 80 Millionen Kubikmeter Lava freigesetzt worden. In der Nacht zum Mittwoch war erstmals Lava ins Meer geflossen. Sie hat dort eine mehr als 20 Hektar große Landzunge gebildet, die nach wie vor wächst. Dabei entstehen große Mengen an Rauch und giftigen Gasen, weshalb ein Sicherheitsbereich von 3,5 Kilometern eingerichtet wurde.

Die Stadtverwaltung von La Palma erklärte, dass die Luft entlang der Küste auf ihren Schwefeldioxidgehalt überwacht werde, bisher aber keine Gefährdung der Gesundheit bestehe.

1000 Gebäude zerstört, aber keine Tote

Trotzdem wurde die Bevölkerung aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Auch Gesichtsmasken und Schutz gegen fliegende Vulkanasche wurde empfohlen. Die Lava hat bislang mehr als 1000 Gebäude niedergewalzt und 338 Hektar Land vernichtet.

Tote oder Verletzte gibt es durch den Ausbruch bisher nicht - 6000 Menschen waren zügig aus dem betroffenen Gebiet in Sicherheit gebracht worden.

Am Sonntag will der spanische Regierungschef Pedro Sánchez, der La Palma seit Beginn des Ausbruchs bereits zwei Mal besucht hat, erneut auf die Insel reisen.

Die Karte zeigt die Insel La Palma mit dem Lavastrom aus einem Vulkan des Cumbre Vieja, Kanarische Inseln.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Oktober 2021 um 19:23 Uhr.