EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bei einer Pressekonferenz. | dpa

Beschaffung von Impfstoffen Von der Leyen gibt Versäumnisse zu

Stand: 04.02.2021 21:54 Uhr

Hat die EU Fehler bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen gemacht? Ja, sagt Kommissionspräsidentin von der Leyen. Man habe Komplikationen in der Produktion unterschätzt und nicht gut genug kommuniziert.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Versäumnisse bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen auf europäischer Ebene eingestanden. Die EU habe unterschätzt, welche Komplikationen bei der Herstellung solcher Impfstoffe auftreten können, sagte die CDU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung".

Mit Blick auf Kritik, die EU habe zu zögerlich bestellt, sagte von der Leyen: "Natürlich: Ein Land kann ein Schnellboot sein. Und die EU ist mehr ein Tanker."

"Komplett neues Verfahren"

"Wir haben uns sehr stark auf die Frage fokussiert, ob es ein Vakzin geben wird, also die Entwicklung", erklärte die deutsche Kommissionspräsidentin. Aus heutiger Sicht hätte man "stärker parallel über die Herausforderungen der Massenproduktion nachdenken müssen."

Von der Leyen fügte hinzu: "Wir hätten den Menschen erklären sollen, dass es vorangeht, aber langsam, und dass es bei diesen komplett neuen Verfahren Probleme und Verzögerungen geben wird. Doch wir haben unterschätzt, welche Komplikationen auftreten können."

"Die Richtung stimmt bei den Lieferzahlen"

Die EU-Kommission hat für die 27 Mitgliedstaaten bei insgesamt sechs Herstellern bis zu 2,3 Milliarden Impfdosen geordert. Derzeit liefern die Unternehmen jedoch weniger als erhofft oder versprochen.

Inzwischen, so von der Leyen, gelte jedoch: "Die Richtung stimmt bei den Lieferzahlen." Sie betonte zudem, dass alle 27 Regierungen in die Verhandlungen mit den Pharmakonzernen eng eingebunden gewesen seien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Februar 2021 um 23:33 Uhr.