Kernkraftwerk Saporischschja (Archivbild: 08.03.2022) | IMAGO/SNA

Krieg gegen die Ukraine Russland stationiert Flugabwehr um AKW

Stand: 09.08.2022 13:59 Uhr

Die russische Armee hat nach eigener Aussage Flugabwehreinheiten um das Atomkraftwerk Saporischschja stationiert. Aus dem Süden und Osten der Ukraine werden weiter schwere Kämpfe gemeldet. Der Getreideexport läuft weiter.

Russland hat nach eigenen Angaben Flugabwehrsysteme rund um das Atomkraftwerk Saporischschja stationiert. "Die Flugabwehrsysteme des Kraftwerks werden verstärkt", sagte der Chef der von Moskau eingesetzten Militärverwaltung in der Region, Jewgeni Balizki, im russischen Staatsfernsehen.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Ukraine und Russland gegenseitig vorgeworfen, das AKW beschossen zu haben. Die UN und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hatten sich sehr besorgt über das Risiko eines Zwischenfalls am größten europäischen AKW gezeigt.

Derzeit arbeite das Kraftwerk normal, sagte Balizki. Die Schäden an Stromleitungen und Meiler seien repariert worden. Bereits zuvor hatten die USA erklärt, dass bislang keine Strahlung ausgetreten sei.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. | ISW/08.08.2022

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW/08.08.2022

Ukraine: Angriffe auch in der Nähe das AKW

Der Gouverneur von Saporischschjas Nachbarregion Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, berichtete von einem russischen Angriff in der Nähe des Kraftwerks. Demnach seien auf die Großstadt Nikopol mit Mehrfachraketenwerfern mehr als 120 Geschosse abgefeuert worden. In dem Ort, der dem AKW Saporischschja am anderen Ufer des Dnjepr gegenüber liegt, seien dabei Wohnhäuser und Industrieanlagen beschädigt worden.

Insgesamt sind nach ukrainischen Angaben in den letzten 24 Stunden drei Zivilisten ums Leben gekommen und 23 weitere verletzt worden.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Kämpfe um Donezk und Cherson

Aus dem Umland der ostukrainischen Stadt Donezk melden ukrainische Behörden heftige Angriffe russischer Truppen. In Angriffswellen würden sie versuchen, weitere Geländegewinne zu erzielen. "Die Lage in der Region ist angespannt - die gesamte Frontlinie wird ständig beschossen", sagte der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, im ukrainischen Fernsehen.

In der Nähe von Charkiw wiederum hätten ukrainische Truppen eine Ortschaft zurückerobert, sagte der Berater des ukrainischen Präsidenten Olexij Arestowytsch.

Auch aus dem Süden des Landes werden schwere Kämpfe gemeldet: Ukrainische Einheiten hätten erneut Brücken über den Dnjepr angegriffen, die die russische Armee für den Nachschub im besetzten Cherson braucht.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Getreideexport geht weiter

Die Vereinbarungen zwischen Russland, Ukraine, UN und Türkei zum Export von ukrainischem Getreide werden offenbar weiter eingehalten. Aus dem Schwarzmeerhafen Tschornomorsk liefen zwei weitere Frachter mit insgesamt 70.000 Tonnen Getreide an Bord aus. Etwa 5300 Tonnen davon sollen in die Türkei gehen, die restlichen knapp 65.000 Tonnen nach Südkorea, hieß es vom ukrainischen Infrastrukturministerium. Am Montag hatte das erste Schiff seinen Zielhafen erreicht.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 09. August 2022 um 13:10 Uhr.