Joe Biden | AP

Nach russischen Angriffen Biden sagt Ukraine weitere Militärhilfe zu

Stand: 11.10.2022 07:48 Uhr

Die massiven Luftangriffen auf die Ukraine gestern muss Russland den USA zufolge schon länger geplant haben. Präsident Biden sagte Kiew weitere Hilfe zu - auch die Lieferung moderner Flugabwehrsysteme. Heute wollen sich die G7 zusammenschalten.

US-Präsident Joe Biden hat der Ukraine angesichts der massiven russischen Luftangriffe fortdauernde Unterstützung zugesagt - darunter auch weitere moderne Flugabwehrsysteme. Biden habe dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat versichert, der Ukraine weiterhin die Unterstützung zukommen zu lassen, die das Land für seine Verteidigung benötige, das teilte das Weiße Haus mit.

Bei den Rüstungslieferungen habe Flugabwehr derzeit die höchste Priorität, betonte auch Selenskyj. Die USA sollten auch Führung zeigen bei einer harten Haltung der Siebenergruppe wichtiger Industriestaaten (G7) und bei der Unterstützung für eine Verurteilung Russlands durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen, schrieb der ukrainische Staatschef nach dem Gespräch auf Twitter.

Biden fordert Abzug der Truppen

Biden verurteilte die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine. Sie zeigten einmal mehr "die äußerste Brutalität des illegalen Krieges" von Kremlchef Wladimir Putin gegen das ukrainische Volk. Die Angriffe bestärkten die US-Regierung darin, dem ukrainischen Volk beizustehen, so lange es nötig sei.

Man werde Russland weiterhin gemeinsam mit den internationalen Partnern zur Rechenschaft ziehen. "Wir fordern Russland erneut auf, diese unprovozierte Aggression sofort zu beenden und seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen", so Biden.

US-Außenminister Antony Blinken versicherte seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba angesichts der Angriffe in einem Telefonat die "unerschütterliche wirtschaftliche, humanitäre und sicherheitspolitische Hilfe" der US-Regierung.

Russische Angriffe laut USA schon lange geplant

Die USA teilen außerdem die Auffassung der Ukraine, dass Russland die schweren Luftangriffe bereits vor der Explosion auf der Krim-Brücke geplant hatte.

Anschläge dieses Ausmaßes könnten nicht innerhalb von ein paar Tagen ausgearbeitet werden, sagt der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, John Kirby, dem Sender CNN. "Es war eher schon seit geraumer Zeit geplant."

Sondergipfel der G7 am Dienstag

Die russischen Angriffe mit mehr als 80 Raketen und Drohnen auf ukrainische Städte haben vor allem in westlichen Staaten Empörung ausgelöst. Zahlreiche westliche Staatschefs telefonierten mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und versicherten ihm die Solidarität ihrer Länder.

Die Gruppe der sieben führenden westlichen Industrienationen G7 will bereits heute zu einem Sondergipfel per Video zusammenkommen. Darauf hätten sich Selenskyj und Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Telefonat geeinigt, teilten Selenskyj und ein Sprecher der deutschen Regierung mit. Der ukrainische Präsident selbst soll auch daran teilnehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Oktober 2022 um 20:00 Uhr und BR24 am 11. Oktober 2022 um 07:31 Uhr sowie um 08:30 Uhr.