Anthony Blinken während seines Überraschungsbesuchs in Kiew, hier im zerstörten Vorort Irpin. | AFP

Krieg gegen die Ukraine USA kündigen neue Milliardenhilfen an

Stand: 08.09.2022 18:01 Uhr

Die USA haben neue Hilfspakete für die Ukraine angekündigt. Ein Teil des Geldes soll auch an andere Staaten Europas gehen. Deutschland will künftig ukrainische Minenräumer ausbilden.

Die US-Regierung hat weitere Finanzhilfen in Milliardenhöhe für die Ukraine und andere europäische Staaten angekündigt. Insgesamt umfassen die Hilfen 2,8 Milliarden Dollar, gaben die US-Minister Lloyd Austin und Anthony Blinken bekannt.

Neue Waffenlieferungen

Bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe kündigte Verteidigungsminister Austin ein neues Waffenpaket über rund 675 Millionen Dollar für das angegriffene Land an. Teil des Pakets seien Waffen, Munition und gepanzerte Fahrzeuge. An dem Treffen auf der US-Basis in Ramstein in Rheinland-Pfalz nahmen auch die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und NATO-Chef Jens Stoltenberg teil.

Austin betonte in seiner Eröffnungsrede immer wieder, dass die Ukraine Unterstützung für eine "Langstrecke" brauche, das Land habe einen "harten Weg vor sich". Man könne den Erfolg der gemeinsamen Bemühungen aber bereits auf dem Schlachtfeld sehen. "In unserer heutigen Diskussion werden wir auch die nächsten Schritte zur Einrichtung einer internationalen Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte erörtern", kündigte Austin an.

Deutschland will Minenräumer ausbilden

Deutschland und die Niederlande kündigten an, ukrainische Soldaten im Räumen von Landminen und dem Beseitigen von Sprengfallen auszubilden. In der Kampfmittelabwehrschule in Stetten am kalten Markt in Baden-Württemberg könnten etwa 20 ukrainische Soldaten trainiert werden, sagte Verteidigungsministerin Lambrecht. "Wir werden aber nicht nur die Ausbildung, sondern auch Material zur Verfügung stellen", sagte sie.

Auch fast ein halbes Jahr nachdem sich die russischen Truppen aus der Nordukraine zurückgezogen hatten, sind in den befreiten Gebieten viele Infanterie- und Panzerminen noch nicht geräumt.

Lambrecht sagte, Deutschland unterstütze die Ukraine auch etwa bei einem sogenannten Winterpaket. Man werde zum Beispiel Material zur Stromerzeugung sowie Zelte und Winterausrüstung liefern. Außerdem solle bald die zweite Tranche der Flugabwehrpanzer Gepard und der Brückenlegepanzer Biber in die Ukraine gesandt werden.

2,2 Milliarden für Ukraine und halb Europa

Bei einem zuvor nicht angekündigten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gab US-Außenminister Anthony Blinken ein weiteres Hilfspaket über rund 2,2 Milliarden Dollar bekannt. Es soll der Ukraine und 18 europäischen Staaten zugutekommen, die potenziell von Russland bedroht werden.

Die Ukraine soll demnach eine Milliarde aus dem Paket erhalten und der Rest aufgeteilt werden. Neben dem Baltikum geht es um ehemalige Ostblockstaaten wie Bulgarien, Rumänien und Polen, zahlreiche Balkanstaaten wie Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien und Kroatien, sowie ehemalige Sowjetrepubliken wie Georgien und Moldau. Auch Griechenland ist darunter.

Insgesamt wächst die US-Hilfe für die Ukraine damit auf 15,2 Milliarden US-Dollar an. Ein Teil davon wurde aber bereits vor dem russischen Angriff auf das Land geleistet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. September 2022 um 18:00 Uhr.