Ein ukrainischer Soldat liegt in einem Explosionskrater vor einem stark beschädigten Wohnhaus im ostukrainischen Charkiw. | AP

Krieg gegen die Ukraine Selenskyj meldet Geländegewinne

Stand: 08.09.2022 17:39 Uhr

Die Ukraine verzeichnet nach Angaben von Präsident Selenskyj Geländegewinne im Osten des Landes. Mehr als 700 Quadratkilometer sollen zurückerobert worden sein. Im Umfeld des AKW Saporischschja gibt es weitere Gefechte.

Bei ihrer Gegenoffensive machen ukrainische Truppen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj auch im Osten des Landes Geländegewinne. In seiner nächtlichen Video-Botschaft sagte Selenskyj, dass es den ukrainischen Streitkräften im Gebiet der zweitgrößten Stadt Charkiw gelungen sei, einige Ortschaften zu befreien. "Diese Woche haben wir gute Nachrichten aus der Region Charkiw", verkündete der Präsident.

Mehr als 700 Quadratkilometer Fläche zurückerobert

Der ukrainische Brigadegeneral Olexsij Gromow sagte, die Streitkräfte hätten im Süden und Osten des Landes bislang mehr als 700 Quadratkilometer Fläche von Russland besetztem Gebiet zurückerobert. Dabei seien die ukrainischen Truppen bis zu 50 Kilometer tief in feindliches Gebiet eingedrungen. In der Region Charkiw seien mehr als 20 Ortschaften eingenommen worden. Der Einsatz dauere an. Selenskyj sagte allerdings, es sei noch zu früh mitzuteilen, welche Ortschaften die ukrainischen Truppen zurückerobert hätten.

Russland: "Streitkräfte stemmen sich gegen Offensive"

Die Region Charkiw im Nordosten der Ukraine liegt unweit der Grenze zu Russland. Den russischen Streitkräften ist es seit dem 24. Februar, dem Beginn des russischen Überfalls, nicht gelungen, die Kontrolle dort zu übernehmen. In den vergangenen Wochen hat Russland das Gebiet aber wieder ins Visier genommen. Ein russischer Vertreter sagte nach Agenturmeldungen, die Streitkräfte hätten sich gegen die ukrainische Offensive gestemmt und verhindert, eine Schlüsselstadt aufgeben zu müssen.

Weitere Gefechte rund um das AKW Saporischschja

In der Nacht zum Donnerstag wurden bei Raketen- und Artillerie-Beschuss russischer Truppen nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet. Attacken wurden aus verschiedenen Landesteilen gemeldet. In der Region Donezk wurden laut den dortigen Behörden sieben Zivilisten getötet, im Großraum Charkiw fünf Menschen verletzt.

Auch im Umfeld des Atomkraftwerks Saporischschja soll es erneut zu schweren Gefechten gekommen sein. Das AKW wird derzeit von russischen Truppen kontrolliert, aber von ukrainischen Technikern betrieben. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, die Anlage zu beschießen.

Blinken verspricht Hilfspaket

Unterdessen ist US-Außenminister Antony Blinken in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Er kündigte weitere Militärhilfen in Höhe von insgesamt mehr als 2,8 Milliarden Dollar für die Ukraine und andere europäische Staaten an.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. September 2022 um 17:25 Uhr.