Die Staatschefs der G7 und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videokonferenz. | EPA

Krieg gegen die Ukraine G7-Staaten verurteilen Raketenangriffe

Stand: 11.10.2022 18:40 Uhr

Bei einer gemeinsamen Videokonferenz sichern die G7-Staatschefs der Ukraine langanhaltende Unterstützung zu. Die neuen Angriffe auf Zivilisten verurteilen sie scharf. Die russische Annexion ukrainischer Gebiete erkennen sie nicht an.

Die G7-Staaten verurteilen die neuesten russischen Angriffe gegen zivile Infrastruktur und Städte in der Ukraine "auf das Schärfste". Willkürliche Angriffe gegen unschuldige Zivilisten seien ein Kriegsverbrechen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der G7-Regierungschefs nach einer von Bundeskanzler Olaf Scholz einberufenen Videokonferenz.

"Wir werden Präsident Putin und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen", heißt es in dem Schreiben weiter. Die Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten warnten Russland außerdem vor dem Einsatz von chemischen, biologischen oder nuklearen Waffen. Dieser würde "schwerwiegende Konsequenzen" nach sich ziehen.

Anhaltende Unterstützung für die Ukraine

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm auf Scholz' Einladung an der Videokonferenz teil. Die G7-Regierungschefs sicherten ihm anhaltende Unterstützung für die Ukraine zu: "Wir werden der Ukraine weiterhin finanzielle, humanitäre, militärische, diplomatische und rechtliche Unterstützung leisten und so lange wie nötig fest an der Seite der Ukraine stehen. Wir setzen uns dafür ein, die Ukraine bei der Deckung ihres Winterbedarfs zu unterstützen."

Die Scheinreferenden in den Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson wiesen die G7 entschieden zurück - diese und auch die Annexion der Krim-Halbinsel würden niemals von ihnen anerkannt werden. Russland habe die Prinzipien der UN-Charta gebrochen. "Diese können und werden Russland keine legitime Grundlage geben, um die Grenzen der Ukraine zu ändern", heißt es in der Erklärung.

Gerechter Frieden

Kein Land wolle Frieden mehr als die Ukraine, deren Bevölkerung wegen der russischen Aggression Tod, Vertreibung und unzählige Gräueltaten erleiden musste, so die G7-Regierungschefs. Ein gerechter Frieden müsse die von der UN-Charta geschützte territoriale Integrität und Souveränität wahren, die zukünftige Wehrhaftigkeit der Ukraine sichern, die Erholung und den Wiederaufbau der Ukraine unterstützen - auch mit Geldern aus Russland - und Russland für die während des Kriegs begangenen Verbrechen zu Rechenschaft ziehen.

Die G7 wollen außerdem weitere Untersuchungen zur mutmaßlichen Sabotage an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 unterstützen. Sie seien zutiefst erschüttert und verurteilen nachdrücklich jede vorsätzliche Störung kritischer Infrastruktur, heißt es in der Erklärung. Die Staaten würden zudem weiter solidarisch und eng koordiniert handeln, um den negativen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die globale Wirtschaft entgegenzuwirken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 11. Oktober 2022 um 18:00 Uhr.