Dieses Foto soll ukrainische Soldaten zeigen, die sich im Raum Isjum kurz ausruhen. | dpa

Kämpfe im Osten Ukraine meldet weitere Vorstöße

Stand: 20.09.2022 15:03 Uhr

Das ukrainische Militär ist nach eigenen Angaben weiter in von russischen Kräften aufgegebene Gebiete vorgedrungen. Nach britischen Angaben hat Russland U-Boote von der Krim abgezogen.

Im Osten des Landes ist das ukrainische Militär nach eigenen Angaben in Gebiete vorgedrungen, die von russischen Kräften aufgegeben worden seien. So habe man ein Dorf im Gebiet Luhansk in der Nähe der Grenze zu Russland unter Kontrolle. Laut dem dort zuständigen ukrainischen Gouverneur Serhij Hajdaj solle nun die gesamte Provinz befreit werden. Er rechnet allerdings damit, dass Russland sich auf die Verteidigung vorbereite, es werde um jeden Zentimeter gekämpft. 

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS sollen in der Region sieben Menschen durch ukrainischen Beschuss getötet worden sein.

Kämpfe auch in Regionen Donezk und Cherson

In der benachbarten Region Donezk meldet die dortige Militärverwaltung aus mehreren Orten erneut Beschuss durch Russland. In der Nacht sei zum Beispiel bei einem Luftangriff ein Hochhaus getroffen worden und teilweise eingestürzt. Es gebe in der Region keinen einzigen sicheren Ort mehr, so die ukrainische Militärverwaltung.

Der prorussische Leiter der selbsternannten "Volksrepublik" Donezk, Denis Puschilin, wiederum wirft der Ukraine einen Angriff auf zivile Ziele vor. Dabei seien 13 Menschen getötet worden. Überprüfen lassen sich die Angaben beider Seiten im Moment nicht.

Bei ihrer Gegenoffensive im Nordosten des Landes setzen ukrainische Soldaten nach Einschätzung des amerikanischen Think-Tanks "Institute for the Study of War" zunehmend auf eroberte russische Panzer. "Die anfängliche Panik der Gegenoffensive brachte russische Soldaten dazu, qualitativ höherwertige und funktionierende Ausrüstung zurückzulassen", erklärten die Experten des Instituts. Dies sei ein weiterer Hinweis darauf, wie verheerend die jetzige Niederlage für die Russen gewesen sei.

Ukrainische Streitkräfte melden auch Erfolge in der Region Cherson im Süden der Ukraine. Dort hätten sie den Vormarsch russischer Truppen durch Zerstörung von militärischer Logistik aufgehalten.

Abzug russischer U-Boote

Das britische Verteidigungsministerium berichtet unterdessen, Russland habe nach eigenen Erkenntnissen U-Boote von der Halbinsel Krim in Richtung Südrussland abgezogen. Dies liege wahrscheinlich an einer gestiegenen Bedrohung der Flotte durch ukrainische Langstreckenwaffen. Die Briten verweisen darauf, dass in den vergangenen zwei Monaten das Hauptquartier und der wichtigste Flugplatz der Schwarzmeerflotte auf der Krim angegriffen worden seien.

Ein U-Boot der Schwarzmeerflotte liegt in Sewastopol (Archivbild vom 06.01.2010). | picture alliance / dpa

Ein U-Boot der russischen Schwarzmeerflotte liegt in Sewastopol. Russland hat nach britischen Erkenntnissen einige ihrer U-Boote von Sewastopol auf der Halbinsel Krim nach Noworossijsk in Südrussland verlegt. Bild: picture alliance / dpa

Finanzielle Hilfen für Ukraine

Die EU-Staaten haben derweil weitere Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von fünf Milliarden Euro beschlossen. Das Darlehen solle dafür sorgen, dass der ukrainische Staat und wichtige Infrastruktur trotz des russischen Kriegs gegen das Land weiter funktionieren könnten. Das Geld ist Teil eines im Mai angekündigten Hilfspakets über insgesamt neun Milliarden Euro. Eine Milliarde Euro wurde bereits Anfang August ausgezahlt.

Auch Großbritannien plant weitere finanzielle Pakete für die Ukraine. Die Militärhilfe für die Ukraine im kommenden Jahr werde mindestens auf dem Niveau dieses Jahres liegen, so die britische Regierung. Die Unterstützung werde sich wieder auf 2,3 Milliarden Pfund (rund 2,6 Milliarden Euro) belaufen oder diese Summe überschreiten.

Die ungarische Regierung spricht sich unterdessen gegen neue Russland-Sanktionen der Europäischen Union aus. "Die EU sollte ... aufhören, von einem achten Sanktionspaket zu sprechen und Maßnahmen anzukündigen, die nur die Krise bei der Energieversorgung verschärfen würden", erklärt Außenminister Peter Szijjarto.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. September 2022 um 14:00 Uhr.