Die Überreste eines zerstörten russischen Panzers liegen auf der Straße zwischen Isjum und Charkiw. | dpa

Kämpfe mit russischen Besatzern Ukraine meldet weitere Erfolge

Stand: 05.10.2022 07:51 Uhr

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Einnahme Dutzender Siedlungen in den besetzten Gebieten gemeldet. Schwere Verluste der russischen Streitkräfte zeigten auch veröffentlichte Karten aus dem Verteidigungsministerium in Moskau.

Bei dem Vormarsch der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Tagen Dutzende Ortschaften aus russischer Besatzung befreit worden. Es gebe gute Nachrichten, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft am Dienstagabend. "Die ukrainische Armee dringt ziemlich schnell und kraftvoll vor bei der gegenwärtigen Verteidigungsoperation im Süden unseres Landes." Es seien Ortschaften in den Gebieten Cherson, Charkiw, Luhansk und Donezk wieder unter ukrainische Kontrolle gebracht worden.

Insbesondere im Gebiet Cherson im Süden seien Orte befreit worden. Die ukrainischen Streitkräfte sprachen am Abend von insgesamt acht Siedlungen. Es sei "nur eine Frage der Zeit", bis die Ukrainer "den Besatzer von unserem gesamten Gebiet vertreiben", sagte Selenskyj.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. | ISW/3.10.2022

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW/3.10.2022

Russische Karten bestätigen Verluste

Der von Moskau eingesetzte Vizechef der Region Cherson, Kirill Stremusow, rief die Bevölkerung in Onlinemedien zur Ruhe auf: "Es gibt keinen Grund zur Panik", versicherte er, auch wenn "in der Ferne Explosionen zu hören" seien. Schwere Verluste der russischen Streitkräfte waren auch aus den vom Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichten Karten hervorgegangen. 

Die in der täglichen Militärbesprechung gezeigten Karten machten deutlich, dass die russischen Streitkräfte im Süden nicht mehr die Kontrolle über das Dorf Dudschany am Westufer des Dnjepr haben.

In der nordöstlichen Region Charkiw war auf den Karten zu sehen, dass die russischen Streitkräfte ihre Stellungen am Ostufer des Flusses Oskil verlassen haben. Dort hatte es eine Gegenoffensive der ukrainischen Armee gegeben.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Angebliche Erfolge bei Teilmobilisierung

Die Ukraine meldet nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer Gebiete durch Russland immer wieder Erfolge bei ihrer Gegenoffensive. Der Vormarsch der Truppen bereitet den russischen Einheiten gleich an mehreren Frontabschnitten Probleme. Russland hatte zuletzt Truppen zurückgezogen, um eine Einkesselung zu verhindern.

Die russische Armee verkündete unterdessen demonstrativ angebliche Erfolge bei der Teilmobilisierung. "Bislang sind mehr als 200.000 Menschen der Armee beigetreten", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

USA sagen der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu

Die US-Regierung kündigte weitere Waffenlieferungen für die Ukraine im Wert von 625 Millionen US-Dollar (625 Millionen Euro) an. Das Paket beinhalte unter anderem weitere HIMARS-Mehrfachraketenwerfer, Artilleriegeschütze, Munition und gepanzerte Fahrzeuge, wie das Weiße Haus am Dienstag mitteilte.

In einem Telefonat mit Selenskyj betonte US-Präsident Joe Biden demnach, dass die USA die völkerrechtswidrige Annexion von Teilen der Ostukraine durch Russland niemals anerkennen werden. Biden betonte die Bereitschaft der US-Regierung, jedes Land, das die Annexion unterstütze, mit "hohen Kosten" zu belegen. Er versprach, der Ukraine bei ihrer Verteidigung so lange wie nötig zu helfen. Bei dem Rüstungspaket für die Ukraine handelt es sich nach US-Angaben um Bestände der Armee.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Oktober 2022 um 10:00 Uhr.