Russische Soldaten sitzen auf einem Panzer. | EPA

Krieg gegen die Ukraine Moskau beziffert erstmals Verluste

Stand: 02.03.2022 21:24 Uhr

Russland hat zum ersten Mal seit Beginn der Invasion in der Ukraine Opferzahlen genannt: Demnach sind bisher 498 russische Soldaten getötet worden. Die Ukraine spricht hingegen von knapp 7000 getöteten Russen.

Im Krieg in der Ukraine sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bisher 498 russische Soldaten getötet worden. Zudem seien 1597 Soldaten verletzt worden, teilte das Ministerium mit. Es sind die ersten offiziellen Zahlen dazu aus Russland seit Kriegsbeginn am Donnerstag voriger Woche.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Die Ukraine sprach zuletzt von rund 7000 getöteten russischen Soldaten. Diese Angaben seien falsch, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Er versicherte, die Angehörigen der Toten erhielten jede notwendige Unterstützung. Er erklärte außerdem, dass weder Wehrpflichtige noch Kadetten an der Operation in der Ukraine beteiligt seien und wies damit entsprechende Medienberichte zurück.

Auf ukrainischer Seite habe es bislang 2870 getötete "Soldaten und Nationalisten" sowie etwa 3700 verletzte Menschen gegeben, so Konaschenkow.

Die Ukraine hat zu Verlusten in den eigenen Reihen keine aktuellen Angaben gemacht.

Ukraine nennt hohe Zahl von zivilen Opfern

Nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes wurden durch die russische Invasion bislang mehr als 2000 Zivilisten getötet. Hunderte Gebäude seien zerstört worden, darunter Krankenhäuser, Kindergärten und Wohngebäude, heißt es in einer Erklärung. "Jede Stunde verlieren Kinder, Frauen und Verteidigungskräfte ihr Leben."

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation droht in der Ukraine zudem ein unmittelbarer Mangel an Krebsmedikamenten und Insulin. Am Donnerstag sollen erste Lieferungen von Hilfsgütern für ukrainische Flüchtlinge in Polen eintreffen, erklärt die WHO. Dazu gehörten sechs Tonnen Hilfsgüter für die Traumabehandlung und Notfallchirugie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2022 um 21:00 Uhr.