Menschen sitzen wegen heftigen Schneefalls in Istanbul in ihrem Auto fest. | AFP

Griechenland und Türkei Wintereinbruch sorgt für Chaos

Stand: 25.01.2022 10:29 Uhr

In Griechenland und der Türkei hat heftiger Schneefall für Chaos gesorgt. Menschen wurden in ihren Autos eingeschneit, es gab zahlreiche Unfälle. Istanbuls Behörden verboten private Autofahrten und Griechenland setzte das Militär ein.

Verschneite Straßen, geschlossene Flughäfen: Ein heftiger Wintereinbruch hat in Griechenland und der Türkei zu einem Verkehrschaos geführt. Die Metropolen Athen und Istanbul waren besonders betroffen.

Auf dem Flughafen in Istanbul dürfen seit gestern keine Flugzeuge mehr starten oder landen, wie die Betreiberfirma mitteilte. Man arbeite daran, die Landebahnen und Zufahrtsstraßen vom Schnee freizuräumen. Der Flugstopp am größten Airport der Stadt gelte vorerst bis 13 Uhr Ortszeit (11 Uhr MEZ).

Im Frachtbereich des Flughafens Istanbul sei durch die Schneelast ein Teil des Dachs eingestürzt, sagte ein Sprecher. Der Teil des Gebäudes sei zurzeit aber ungenutzt, niemand sei verletzt worden.

Ein Mann schiebt ein Auto auf einer schneebedeckten Straße in Istanbul. | dpa

Ein Mann schiebt ein Auto auf einer schneebedeckten Straße in Istanbul. Bild: dpa

Gouverneur verbietet private Autofahrten

Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines erklärte, dass es auch zu Ausfällen am kleineren Airport Sabiha Gökcen am anderen Ende der Stadt komme. Grund sei eine Einschränkung der Flüge seitens der lokalen Behörden.

Der Istanbuler Gouverneur Ali Yerlikaya untersagte das Benutzen von privaten Fahrzeugen in der Metropole. Dazu veröffentlichte er auf Twitter Videos von zugeschneiten Straßen. Räumfahrzeuge waren im Einsatz, um Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Zahlreiche Menschen mussten laut Medienberichten die Nacht im Auto verbringen.

Östlich von Istanbul wurden bei einem Unfall auf einer Autobahn nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mindestens 22 Menschen verletzt. Mehr als 30 Fahrzeuge seien aufgrund des Schneefalls und der schlechten Sicht aufeinandergefahren. Im Laufe des Tages wird laut Wetterbehörde weiterer Schneefall in der Region Istanbul und in Anatolien erwartet.

Ein Schneepflug räumt eine Straße vor dem antiken Akropolis-Hügel in Athen. | dpa

Ein Schneepflug räumt eine Straße vor dem antiken Akropolis-Hügel in Athen. Bild: dpa

Griechenland setzt Militär ein

Auch im benachbarten Griechenland hatte heftiger Schneefall den Verkehr lahmgelegt. Am Montagabend wurde das Militär eingesetzt, um Menschen aus ihren Autos zu befreien, die seit mehreren Stunden im Schnee stecken geblieben waren. "Wir setzen Soldaten und Spezialfahrzeuge ein, um diese Menschen zu befreien" sagte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos im Staatsfernsehen.

Zudem fielen die meisten Flüge zwischen den Inselflughäfen und der Hauptstadt Athen aus, auch Auslandsflüge wurden gestrichen. Auf den Straßen Athens herrschte Chaos. Laster lagen quer, so dass Räumgeräte nicht arbeiten konnten.

Zugunfall mit drei Verletzten

Wegen schlechter Sicht sei es rund 90 Kilometer nördlich von Athen zu einer Kollision einer Lokomotive mit einem Personenzug gekommen, berichtete der staatliche Rundfunk. Drei Menschen seien dabei leicht verletzt worden.

Die Bürger wurden landesweit per Warn-SMS vom Staat aufgefordert, nach Möglichkeit im Haus zu bleiben. Impfzentren wurden geschlossen, auch die Schulen waren dicht. Staatsbedienstete erhielten die Erlaubnis, früher nach Hause zu gehen. Die Wetterdienste gaben noch keine Entwarnung. Weiterer Schneefall und starke Winde seien zu erwarten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Januar 2022 um 10:00 Uhr.