Der türkische Präsident Erdogan vor dem Parlament | AFP

Abstimmung im Parlament Türkei ratifiziert Klimaabkommen von Paris

Stand: 07.10.2021 03:11 Uhr

Die Türkei hat als letztes der großen 20 Industrieländer das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert. Zwar hatte das Land das Abkommen 2016 unterzeichnet, die Ratifizierung aber verweigert - bis jetzt.

Die Türkei hat das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert. Die Abgeordneten im Parlament stellten sich am Mittwoch einstimmig hinter die Vereinbarung von 2016. Die türkischen Oppositionsparteien begrüßten die Ratifizierung als "späten, aber historischen Schritt", warnten jedoch, dass die Türkei nun Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen ergreifen müsse.

Obwohl die Türkei zu den ersten Ländern gehörte, die das Pariser Abkommen 2016 unterzeichneten, zögerte sie die Ratifizierung hinaus, da sie sich um eine Neueinstufung als Entwicklungsland statt als Industrieland bemühte, um strengere Emissionsreduktionsziele zu vermeiden und in den Genuss finanzieller Unterstützung zu kommen. Sie war eines von sechs Ländern, darunter Iran, Irak, Eritrea, Libyen und Jemen, die das Abkommen nicht ratifizierten.

Schritt nach Reihe extremer Wetterereignisse

Die Ratifizierung erfolgte vor dem Klimagipfel in Schottland, genannt Cop26, der am 31. Oktober beginnt und die Teilnehmer zu verstärkten Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels ermutigen soll.

Vorangegangen waren eine Reihe von extremen Wetterereignissen, die das Land heimsuchten und für die größtenteils der Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Dazu gehörten Dürre, die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes und schwere Überschwemmungen.

Erklärtes Ziel des Pariser Abkommens ist es, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2, vorzugsweise auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Welt hat sich seither bereits um 1,2 Grad Celsius erwärmt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Oktober 2021 um 03:50 Uhr.