Nikos Dendias und Mevlut Cavusoglu | REUTERS

Bilaterales Treffen angekündigt Ankara und Athen um Versöhnung bemüht

Stand: 31.05.2021 15:44 Uhr

Ob Zypern-Konflikt oder Erdgasstreit im Mittelmeer: Zwischen Griechenland und der Türkei gab es zuletzt große Spannungen. Nun kündigten die Außenminister beider Länder Gespräche ihrer Regierungschefs an.

Die Türkei und Griechenland wollen nach Konflikten über Hoheitsrechte im Mittelmeer und anderen Streitigkeiten ihre Beziehungen verbessern.

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan werden sich dazu am Rande des NATO-Gipfels am 14. Juni in Brüssel treffen. Das kündigten der griechische Außenminister Nikos Dendias und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu nach gemeinsamen Gesprächen in Athen an.

"Auffassungen sehr unterschiedlich"

Dendias sagte: "Uns ist voll und ganz bewusst, dass unsere Auffassungen sehr unterschiedlich sind - ausgerechnet bei besonders wichtigen Themen stehen sich die Meinungen sogar diametral gegenüber." Aber man wolle die "ernsthaften Gegensätzlichkeiten" überwinden.

Cavusoglu kündigte an, beide Länder wollten konkrete Schritte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen einleiten. Man habe sich auf 25 Maßnahmen verständigt. "Ich möchte sagen, dass wir als Türkei den notwendigen Willen dafür besitzen, und ich bin froh, denselben Willen auch in Griechenland zu sehen", so Cavusoglu.

Weiteres Expertentreffen anberaumt

Der politische und militärische Dialog werde fortgesetzt. So sei eine weitere Expertenrunde beider Länder geplant - es wäre die dritte in diesem Jahr. Die Treffen hinter verschlossener Tür haben die Funktion eines Ventils, sollte die Situation zwischen den Nachbarn im Mittelmeer erneut eskalieren.

Beide Länder wollen demnach künftig auch ihre Corona-Impfzertifikate und -Tests anerkennen, damit die Bürger sich besuchen können.

Erdgaskonflikt beinahe eskaliert

Ein Treffen zwischen Erdogan und Mitsotakis wäre ein wichtiger Schritt in der Kommunikation der beiden zerstrittenen Nachbarstaaten. Sie hatten sich seit Beginn der Amtszeit des Griechen im Sommer 2019 nur einmal getroffen - ebenfalls am Rande eines NATO-Treffens. Seither nahmen die Spannungen zu.

Im vergangenen Jahr standen Griechenland und die Türkei wegen des Erdgaskonflikts im östlichen Mittelmeer zwischenzeitlich sogar kurz vor einer militärischen Auseinandersetzung. Dort prüfte die Türkei Öl- und Gasfördergelegenheiten. Die Gebiete werden jedoch auch von Zypern und Griechenland beansprucht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Mai 2021 um 16:00 Uhr.