Menschen stehen in der Wiener Hofburg Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen (Archivbild) | picture alliance/dpa/AP

Österreich und Tschechien Nachbarländer werden Hochrisikogebiete

Stand: 12.11.2021 14:30 Uhr

Erstmals seit vielen Wochen werden zwei Nachbarstaaten zu Hochrisikoländern erklärt: Wegen dramatischer Corona-Zahlen stehen ab Sonntag fast ganz Österreich und Tschechien auf der Liste. Die USA werden dort allerdings gestrichen.

Die Bundesregierung stuft ab Sonntag Tschechien und Ungarn als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut bekannt. Bereits zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen solchen Schritt auch für fast ganz Österreich angekündigt.

Mit Österreich und Tschechien werden erstmals seit vielen Wochen wieder zwei Nachbarländer auf die Risikoliste gesetzt. Beide Länder waren im Juni von der Liste gestrichen worden. In den vergangenen Wochen waren die Infektionszahlen dort aber wieder drastisch gestiegen. Und beide Länder haben im europäischen Vergleich niedrige Impfquoten, in Österreich liegt sie bei etwa 65 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Nicht mehr als Hochrisikogebiet gelten ab Sonntag hingegen die USA. Durch die Entscheidung entfallen die Quarantäne-Vorschriften für zurückkehrende Reisende. Die Vereinigten Staaten hatten seit dem 15. August wieder als Hochrisikogebiet gegolten.

Mehrere Kriterien führen zur Einstufung

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Österreich plant Lockdown für Nicht-Immunisierte

In Österreich lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei über 700 Fällen pro 100.000 Einwohnern, in der an Bayern angrenzenden Region Oberösterreich erreichte der Wert fast 1200. Angesichts der Zahlen hat sich die Regierung in Wien für eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe entschieden. Zudem plant sie einen bundesweiten Lockdown für Nicht-Immunisierte, der am Sonntag beschlossen werden soll.

Außerdem sollen regionale Lockdowns für Ungeimpfte schon am Montag in Kraft treten. Ungeimpfte dürfen dann nur noch ihr Zuhause verlassen, um ihre täglichen Bedürfnisse zu decken, zur Arbeit zu gehen oder wenn sie Hilfe benötigen, sagte Oberösterreichs Landeschef Thomas Stelzer.

Von der Einstufung als Hochrisikogebiet ausgenommen sind in Österreich einige kleine Gemeinden. Darunter ist das Urlaubsgebiet Kleinwalsertal in Vorarlberg (Gemeinde Mittelberg), das auf der Straße nur von deutscher Seite aus über die Region Oberstdorf erreichbar ist. Auch die im Allgäu liegende Enklave Jungholz, die zu Tirol gehört, ist ausgenommen. Außerdem das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee. In Tschechien gilt die Einstufung für das ganze Land.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. November 2021 um 06:02 Uhr, 12:40 Uhr und 14:21 Uhr.