Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja. | dpa

Belarusische Leichtathletin "Ich will für Polen antreten"

Stand: 19.08.2021 17:25 Uhr

Seit zwei Wochen ist die belarusische Sprinterin Timanoswkaja in Polen - seit sie offenbar gegen ihren Willen von den Olympischen Spielen in Tokio nach Belarus gebracht werden sollte. Nun will sie polnische Staatsbürgerin werden.

Nach Belarus will die Leichtathletin Kristina Timanowskaja wohl nicht zurück: Stattdessen hat sie angekündigt, sich um die polnische Staatsangehörigkeit zu bemühen. Sie habe beschlossen, in Polen zu bleiben, sagte die 24-Jährige am Abend dem russischen Sender RBC - und, dass sie in dem Fall dann auch für die polnische Mannschaft antreten wolle.

Normalerweise dauert es ihren Angaben zufolge drei Jahre, bis so ein Wechsel für Sportler möglich ist. "Wir werden aber darum bitten, dass diese Frist in meinem Fall verkürzt wird, da es eine recht mehrdeutige Situation ist", so die Sprinterin weiter.

Polen signalisiert Zustimmung

"Wir freuen uns und gratulieren zu der Entscheidung", kommentierte Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz die Ankündigung der Sportlerin auf Twitter. "Polen ist das großartigste Land der Welt."

Timanowskaja sollte nach eigenen Angaben nach einem Konflikt mit Sportfunktionären bei den Olympischen Spielen in Tokio gegen ihren Willen in ihr Heimatland Belarus zurückgebracht werden. Sie befürchtete Repressionen in dem autoritär regierten Land und weigerte sich, in ein Flugzeug nach Belarus zu steigen. Stattdessen wandte sie sich dann an die japanische Polizei und das Internationale Olympische Komitee.

Die Athletin wurde dann in der polnischen Botschaft in Tokio aufgenommen. Der polnische Premierminister Morawiecki sagte dazu, Timanowskaja könne auf "Unterstützung und Solidarität aus Polen" zählen. Timanowskaja und ihr Ehemann erhielten dann ein humanitäres Visum für Polen.

Nach Präsidentenwahl am 9. August 2020 war es in der Ex-Sowjetrepublik zu Massendemonstrationen gegen Lukaschenko gekommen. Von dem massiven Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle und Andersdenkende waren auch Sportler betroffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2021 um 11:00 Uhr.