In einem Krankenhaus in Apple Valley (US-Bundesstaat Kalifornien) kümmert sich eine Krankenschwester auf dem Gang um eine Patientin. | AFP

Studie der Universität Oxford Corona-Pandemie senkt Lebenserwartung

Stand: 27.09.2021 16:13 Uhr

Eine neue Studie von Forschern der Universität Oxford zeigt, dass die Lebenserwartung während der Pandemie deutlich gesunken ist - und zwar so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Betroffen sind demnach vor allem die USA.

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in vielen Ländern einer Studie zufolge so stark gesunken wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr. In einigen Ländern sei der Fortschritt der vergangenen Jahre in kurzer Zeit zunichte gemacht worden, berichten Forscher des Leverhulme Centre for Demographic Science an der Universität Oxford im "International Journal of Epidemiology". Bei Männern war der Rückgang demnach größer als bei Frauen.

Daten aus 29 Staaten untersucht

Die Wissenschaftler untersuchten für die Studie Daten aus 29 Staaten, darunter überwiegend europäische Länder wie Deutschland, aber auch Chile und die USA. In 27 dieser Staaten sank demnach 2020 die Lebenserwartung, in 22 Ländern um mindestens ein halbes Jahr.

"In westeuropäischen Ländern wie Spanien, England und Wales, Italien, Belgien wurde ein solcher Rückgang der Lebenserwartung in einem einzigen Jahr zum Zeitpunkt der Geburt zuletzt während des Zweiten Weltkriegs beobachtet", sagte Co-Autor José Manuel Aburto.

Am stärksten betroffen: die USA

Am stärksten sank die Lebenserwartung von Männern in den USA - nämlich um 2,2 Jahre im Vergleich zu 2019. In den USA sei vor allem die gestiegene Sterblichkeit im erwerbsfähigen Alter unter 60 Jahren bemerkenswert, sagte Co-Autorin Ridhi Kashyap. In den meisten europäischen Ländern hingegen habe vor allem die Sterblichkeit bei über 60-Jährigen zugelegt.

Bereits im Juni hatte eine Studie im "British Medical Journal" auf die drastisch gesunkene Lebenserwartung in den USA hingewiesen. Lebenserwartung nennt das Alter, das ein Neugeborenes vermutlich erreicht, wenn die Todeszahlen sich weiter so entwickeln wie zum Zeitpunkt seiner Geburt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 27. September 2021 um 16:30 Uhr.