Pedro Sanchez | AFP

Kabinettsumbildung in Spanien Sánchez tauscht sieben Minister aus

Stand: 10.07.2021 17:55 Uhr

Es ist die größte Regierungsumbildung in seiner bisherigen Amtszeit: Spaniens Ministerpräsident Sánchez hat sieben Ministerinnen und Minister ausgetauscht. Die Regierung solle jünger und weiblicher werden.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Es ist die dritte Kabinettsumbildung, die Ministerpräsident Pedro Sánchez in seiner Amtszeit vornimmt, und die mit Abstand größte: Gleich sieben Minister auf einmal verlassen die spanische Regierung, allesamt Politiker der Sozialistischen Partei, die insgesamt 17 Ressorts besetzt. Die fünf Minister der Linkspartei Unidas Podemos bleiben hingegen auf ihren Posten.

Oliver Neuroth ARD-Studio Madrid

Sánchez sprach von einer Verjüngung des Kabinetts. Das Durchschnittsalter der Minister sinke von 55 auf 50, zudem werde die Regierung weiblicher. Das sei ein wichtiger Schritt, um das Land nach der Pandemie wirtschaftlich wieder aufzubauen - mit einem starken Feminismus und mehr Digitalisierung.

Vize-Ministerpräsidentin Calvo muss gehen

Eine der prominentesten Ministerinnen, die nun geht, ist Carmen Calvo. Sie war als Vize-Ministerpräsidentin die rechte Hand von Sánchez. Immer wieder war Calvo mit dem Koalitionspartner, der Linkspartei Unidas Podemos, aneinandergeraten. Beobachter gehen davon aus, dass das der Grund für ihr Ausscheiden ist. Calvo wird durch die bisherige Wirtschaftsministerin Nadia Calviño ersetzt.

Auch Außenministerin Arancha Gonzáles Laya verliert ihren Posten. Hintergrund dürfte ihre Rolle im Konflikt zwischen Spanien und Marokko sein. Die Krise gipfelte Mitte Mai darin, dass Marokko seine Grenze nach Ceuta öffnete, wodurch Tausende Migranten in die spanische Exklave kamen. Neuer Außenminister wird José Manuel Albares, bisher spanischer Botschafter in Frankreich.

Außerdem verlassen die Regierung Wissenschaftsminister Pedro Duque, Transportminister José Luis Ábalos, Kulturminister José Manuel Uribes, Justizminister Juan Carlos Campo und Bildungsministerin Isabel Celaá. Für sie rücken größtenteils Regionalpolitiker der Sozialistischen Partei nach.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 10. Juli 2021 um 18:36 Uhr.