Ein spanisches Seenotrettungsschiff vor der Insel Hierro | dpa

Vor den Kanaren 17 Tote in Flüchtlingsboot entdeckt

Stand: 27.04.2021 12:14 Uhr

Auf der Flüchtlingsroute nach Spanien ist es erneut zu einem schweren Unglück gekommen: Die spanische Luftwaffe entdeckte 17 Leichen in einem Boot vor den kanarischen Inseln. Nur drei Menschen konnten gerettet werden.

Mindestens 17 Menschen sind in einem kleinen Migrantenboot auf dem Atlantik ums Leben gekommen. Die Leichen seien am Montagmorgen rund 500 Kilometer vor der Küste der kanarischen Insel El Hierro von der Luftwaffe entdeckt worden, teilte der spanische Seenotrettungsdienst mit.

Ein Hubschrauber habe drei Überlebende, zwei Männer und eine Frau, aufgenommen und in ein Krankenhaus gebracht. Sie litten an Unterkühlung, seien ansonsten aber wohlauf. Ein Rettungsschiff werde das Boot wohl erst am Dienstag erreichen.

Die Migranten an Bord des Bootes stammten den Angaben zufolge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Wo sie die gefährliche Überfahrt über den Atlantik gestartet hatten, blieb zunächst unklar. 

Eine der wichtigsten Flüchtlingsrouten nach Europa

Vor zwei Wochen waren südlich von El Hierro vier Tote in einem behelfsmäßigen Boot gefunden worden. 19 weitere Insassen überlebten. 

Die Kanarischen Inseln, die vor der Nordwestküste Afrikas im Atlantik liegen, entwickeln sich zunehmend zu einem Ziel von Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums haben in diesem Jahr bislang etwa 4000 Menschen die Kanaren erreicht. Im vergangenen Jahr waren es rund 23.000. Dabei kamen nach Informationen der Internationalen Organisation für Migration mindestens 849 Menschen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2021 um 13:00 Uhr.