Angestellte in einem Restaurant in Palma | dpa

Kampf gegen Essensverschwendung Spanien will "Doggy Bags" zur Regel machen

Stand: 07.06.2022 20:09 Uhr

In Spanien werden im Jahr durchschnittlich rund 30 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf weggeworfen. Die Regierung will Gastwirte verpflichten, nicht verzehrte Speisen kostenlos für die Gäste zur Mitnahme zu verpacken.

Im Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln nimmt die spanische Regierung Gastwirte in die Pflicht. Bars und Restaurants müssen ihren Gästen kostenlos anbieten, nicht verzehrte Speisen in einer Tüte, einem sogenannten Doggy Bag, mit nach Hause zu nehmen. Das Kabinett beschloss ein entsprechendes Gesetz.

Supermärkte sollen Ideen entwickeln

Zudem müssen alle Unternehmen in der Lebensmittelbranche Pläne ausarbeiten, um die Verschwendung zu reduzieren. Supermärkte werden aufgefordert, die Preise für Produkte zu senken, wenn das Verfallsdatum näher rückt. Außerdem sollen sie Vereinbarungen mit Nachbarschaftsorganisationen und Tafeln treffen, um solche Produkte an Bedürftige zu spenden.

Sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, empfiehlt das Gesetz, die Lebensmittel für die Verwendung als Tierfutter oder für die industrielle Produktion von Düngemitteln und Biokraftstoffen zu verwenden.

"Bewusstsein schärfen"

Der Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, Luis Planas, sagte, das Gesetz ziele darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen. In Spanien würden pro Jahr 1,36 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, das entspreche rund 30 Kilogramm pro Person. Damit entstehe für jeden Spanier im Durchschnitt ein Verlust von etwa 250 Euro pro Jahr.

In der EU verfügen nach Angaben des Ministers bisher nur Frankreich und Italien über ähnliche Gesetze. Er hoffe, dass der Entwurf vom Parlament verabschiedet werde und zum 1. Januar 2023 in Kraft trete.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juni 2022 um 01:00 Uhr.