Aleksandar Vucic bei der Stimmabgabe in einem Wahllokal in Belgrad. | EPA

Wahlen in Serbien Präsident Vucic vor Wiederwahl

Stand: 03.04.2022 23:40 Uhr

Serbiens Präsident Vucic steht vor einer zweiten Amtszeit. Nach ersten Prognosen konnte er sich deutlich gegen seine Gegenkandidaten durchsetzen. Seine Partei SNS holte zudem die Mehrheit im Parlament.

Bei der Präsidenten- und Parlamentswahl in Serbien haben sich laut Hochrechnungen Amtsinhaber Aleksandar Vucic und seine Partei SNS durchgesetzt. Den Wahlforschungsinstituten Ipsos und Cesid zufolge kommt Vucic auf 59,8 der Stimmen und würde sich damit bereits in der ersten Wahlrunde ohne Stichwahl durchsetzen. Er könnte demnach seine zweite Amtszeit in Folge antreten. Sein stärkster Gegenkandidat, Zdravko Ponos, kommt demnach auf 17 Prozent der Stimmen.

Vucic' Partei SNS kann den Hochrechnungen zufolge mit 43,6 Prozent der Stimmen rechnen und liegt damit deutlich vor der Oppositions-Allianz "Vereint für den Sieg" mit 12,9 Prozent sowie den Sozialisten, die demnach auf 11,6 Prozent kommen. Die nationale Wahlkommission kündigte an, dass erste Hochrechnungen aufgrund von Auszählungsergebnissen erst später bekannt gegeben würden.

Ukraine-Krieg bestimmte Wahlkampf

Die Bürgerinnen und Bürger Serbiens waren bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen aufgerufen, über den künftigen Kurs ihres Landes abzustimmen. Angesichts der Unsicherheiten infolge des Ukraine-Kriegs hatte sich Vucic als Garant für Stabilität dargestellt. Der Krieg hatte den Wahlkampf überschattet.

Zuvor dominierende Themen wie der Umweltschutz und Korruption traten in den Hintergrund. "Wir erwarten einen riesigen Sieg", sagte Vucic nach Abgabe seiner Stimme. "Dafür haben wir in den vergangenen vier oder fünf Jahren gearbeitet, und wir glauben, dass wir mit den großartigen Bemühungen und der Weiterentwicklung dieses Landes fortfahren werden."

Als wichtigster Herausforderer von Vucic galt der frühere Militärchef Ponos, der von der pro-europäischen Opposition unterstützt wird. "Ich hoffe auf eine strahlende Zukunft", sagte der Oppositionskandidat am Wahltag. "Wahlen sind der richtige Weg, um die Situation zu ändern. Ich hoffe, die Bürger Serbiens werden diese Chance heute nutzen." 

Opposition sieht Unregelmäßigkeiten bei Wahlen

Nichtregierungsorganisationen berichteten von gewaltsamen Zwischenfällen am Wahltag. Auch die Opposition beanstandete verschiedene Unregelmäßigkeiten. Sie warf Anhängerinnen und Anhängern der SNS vor, in Wahllokalen Einschüchterungsversuche unternommen zu haben.

Der Parlamentskandidat Pavle Grbovic erklärte, er sei von Aktivisten der Regierungspartei angegriffen worden als er versucht habe, in Belgrad Wahlfälschungen zu dokumentieren.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Hörfunk am 04. April 2022 um 22:36 Uhr.