Das Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen "Ocean Viking" | picture alliance/dpa/SOS Mediter

SOS Mediterranee 114 Menschen im Mittelmeer gerettet

Stand: 16.12.2021 16:56 Uhr

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" der Hilfsorganisation SOS Mediterranee hat 114 Menschen an Bord genommen. Sie hätten sich im zentralen Mittelmeer in Seenot befunden. Darunter sei auch ein elf Tage altes Baby gewesen.

Die Hilfsorganisation SOS Mediterranee hat nach eigenen Angaben im zentralen Mittelmeer 114 Menschen aus Seenot gerettet. Darunter sei auch ein elf Tage altes Baby gewesen, schrieben die privaten Seenotretter auf Twitter. Die Crew der "Ocean Viking" habe die Migrantinnen und Migranten in ihrem Schlauchboot vor Libyen in internationalen Gewässern an Bord genommen. In der Nacht hatte die Besatzung das Schlauchboot, in dem die Menschen ausharrten, demnach über Stunden gesucht.

Drei weitere Rettungsschiffe im Einsatz

SOS Mediterranee Deutschland wird sich ab Januar 2022 von dem europäischen Verbund SOS Méditerranée International lösen und Mitte 2022 ein eigenes Rettungsschiff aufs Mittelmeer bringen.

Neben der "Ocean Viking" ist derzeit auch das Rettungsschiff "Geo Barents" von Ärzte ohne Grenzen unterwegs. Die "Sea-Eye 4" der Regensburger Organisation Sea-Eye ist nach eigenen Angaben aktuell auf dem Weg in ihr Zielgebiet im zentralen Mittelmeer, ebenso wie das Schiff "Rise Above" des Dresdner Vereins Mission Lifeline.

Immer wieder versuchen Menschen, von den Küsten Nordafrikas das Mittelmeer zu überqueren, um die Europäische Union zu erreichen. Für einige endet die Überfahrt tödlich. Sie gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang mindestens 1.665 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst.

Frontex registrierte mehr Grenzübertritte

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex registrierte in den ersten elf Monaten des Jahres 2021 deutlich mehr illegale Einreiseversuche in EU als im Vorjahreszeitraum. Auf den Hauptrouten wurden demnach insgesamt 184.180 Fälle verzeichnet, wie Frontex mitteilte. Dies waren 60 Prozent mehr als in den ersten elf Monaten 2020, als wegen der in vielen Ländern geltenden Corona-Beschränkungen ein Rückgang der Migrationsbewegungen festgestellt wurde. Aber auch im Vergleich zu 2019 ist es ein Anstieg um mehr als 45 Prozent.

Wie die Grenzschutzagentur hervorhebt, betrug die Zahl der versuchten Grenzübertritte an den östlichen Außengrenzen der EU - vor allem über Belarus - bis Ende November 2021 fast 8000. Das waren dreizehn Mal so viele wie im Vorjahreszeitraum und zwölf Mal so viel wie in den ersten elf Monaten 2019.

Auf der Westbalkanroute registrierte Frontex ebenfalls einen deutlichen Zuwachs unerlaubter Grenzübertritte. Hier wurden bis November rund 55.310 solcher Fälle registriert - ein Anstieg um 138 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einen Anstieg gab es auch bei der Route über das zentrale Mittelmeer - also über Sizilien und Malta. Hier verzeichnete Frontex in den ersten elf Monaten 64.000 Versuche eines illegalen Grenzübertritts - 89 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2020.