Gerettete auf der Sea-Watch 3 | dpa

Mit mehr als 400 Geretteten Sea-Watch 3 darf in Sizilien anlegen

Stand: 22.10.2021 18:14 Uhr

Seit Anfang der Woche hatte die Crew des deutschen Rettungsschiffs Sea-Watch 3 auf die Zuweisung eines Hafens gewartet. Nun kann sie mehrere hundert Gerettete in den Hafen Pozzallo auf Sizilien bringen.

Die Crew des deutschen Seenotretter-Schiffs "Sea-Watch 3" darf mit ihren mehr als 400 Bootsmigranten an Bord in Sizilien anlegen. Die italienischen Behörden hätten ihr den Hafen in Pozzallo zugewiesen, teilte die Hilfsorganisation auf Twitter mit.

410 Menschen gerettet

Am Sonntag und Montag hatten die freiwilligen Helfer in kurzer Zeit insgesamt mehr als 410 Menschen im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet. Die Crew wartete seitdem darauf, die Menschen in einem Hafen an Land bringen zu können. Zwischenzeitlich brachte die italienische Küstenwache mehrere Schwangere in Sicherheit und Frauen mit schweren Treibstoffverbrennungen.

Regelmäßig erreichen Menschen auf ihrer Flucht oder in der Hoffnung auf ein besseres Leben die Küsten Italiens und damit die EU. Oft wagen sie die gefährliche Überfahrt von den Küsten Libyens oder Tunesiens aus.

Mehrere Ankünfte in Kalabrien

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete von mehreren Ankünften am Donnerstag und Freitag an der Küste der süditalienischen Region Kalabrien. Die Küstenwache rückte demnach aus, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Neben Sea-Watch operieren weitere private Organisationen regelmäßig im zentralen Mittelmeer, um Migranten vor dem Ertrinken zu bewahren. Am Freitagnachmittag meldete die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", ihr Schiff "Geo Barents" habe 36 Menschen in Seenot an Bord geholt. Die Crew war am Montag in ihr Einsatzgebiet im Mittelmeer aufgebrochen.

Etwa 1400 Menschen seit Jahresanfang umgekommen

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 1400 Migranten bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben. Nach offiziellen Zahlen waren es im vergangenen Jahr mehr als 1200 Todesopfer. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Oktober 2021 um 16:30 Uhr.