Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3"  | via REUTERS

Mittelmeer "Sea-Watch 3" rettet 120 Menschen

Stand: 17.10.2021 20:32 Uhr

Die Überfahrt von Nordafrika nach Europa - oft auf nicht hochseetüchtigen Schlauchbooten - ist lebensgefährlich. 120 Migranten in Seenot konnten jetzt vor der libyschen Küste gerettet werden - von der privaten Organisation Sea-Watch.

Bei mehreren Einsätzen innerhalb weniger Stunden hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch vor der libyschen Küste insgesamt 120 Migranten aus Seenot gerettet. Wie die Organisation per Twitter mitteilte, nahm ihr Rettungsschiff "Sea-Watch 3" zunächst 66 Bootsflüchtlinge an Bord, darunter viele Kinder. Die Menschen würden an Bord medizinisch versorgt.

Drei Stunden später meldete Sea-Watch eine zweite Rettungsaktion, bei der 54 Menschen von einem Schlauchboot gerettet worden seien.

Zudem kamen nach Meldungen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag 49 Migranten mit mehreren Boot an Sardiniens Küsten an. Weitere 31 Migranten erreichten die italienische Insel Lampedusa, 41 gingen in Sizilien an Land.

1400 Tote seit Jahresbeginn

Die Menschen versuchen meist von den Küsten Tunesiens oder Libyens über das Mittelmeer in die EU zu gelangen. Immer wieder kommt es auf den gefährlichen Überfahrten auch zu Unglücken mit Todesopfern. Mitunter greifen die Küstenwachen der nordafrikanischen Länder die Menschen auf und bringen sie gegen deren Willen zurück.

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 1400 Migranten bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben. Nach offiziellen Zahlen waren es im vergangenen Jahr mehr als 1200 Todesopfer. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. 

Die "Sea-Watch 3" war erst kürzlich zu einem neuen Einsatz aufgebrochen und hatte am Samstag das Zielgebiet vor Libyen erreicht. Zuletzt hatte das Schiff im August mehr als 250 Migranten in den sizilianischen Hafen Trapani gebracht. Später steuerte die Besatzung die spanische Stadt Burriana an, um sich für den nächsten Einsatz vorzubereiten. Die "Sea-Watch 3" wurde schon mehrfach in den Häfen verschiedenen Mittelmeer-Anrainerstaaten wie Italien oder Malta festgehalten, weil diese die Aufnahme weiterer Geflüchteter unterbinden wollten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Oktober 2021 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.