Hozan Cane | dpa

Urteil in der Türkei Drei Jahre Haft für Kölner Sängerin Cane

Stand: 18.10.2021 15:59 Uhr

Die Kölner Sängerin Cane ist von einem türkischen Gericht zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wird Terrorunterstützung vorgeworfen. Canes Anwältin kündigte Berufung an.

In Abwesenheit ist die Kölner Sängerin Hozan Cane in der Türkei zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Terrorunterstützung verurteilt worden.

Wie ihre Anwältin Newroz Akalan der Nachrichtenagentur dpa sagte, habe ein Gericht im westtürkischen Edirne die 58-Jährige zu drei Jahren, einem Monat und 15 Tagen Haft wegen Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verurteilt.

Anwältin kündigt Berufung an

Die PKK gilt in der Türkei, Deutschland und den USA als Terrororganisation. Akalan kündigte Berufung an. Hozan Cane (Künstlername) ist inzwischen zurück in Deutschland und nahm nicht an der Verhandlung teil. Die Anklage stützte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen.

Cane war kurz vor den Präsidenten- und Parlamentswahlen im Juni 2018 in Edirne festgenommen worden und saß mehr als zwei Jahre im Gefängnis. Danach galt für sie eine Ausreisesperre, die im Juli aufgehoben wurde.

Cane schon einmal verurteilt

Die Sängerin war schon einmal im November 2018 zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, PKK-Mitglied zu sein. Ein Berufungsgericht hob das Urteil wegen Mangel an Beweisen jedoch auf, und der Fall wurde vergangenes Jahr mit dem Vorwurf der PKK-Unterstützung neu aufgerollt.

Cane hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Tochter Gönül Örs war Ende Juni in der Türkei wegen Terrorvorwürfen zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt worden. Auch sie konnte das Land mittlerweile verlassen und ist wieder zurück in Köln.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juni 2021 um 13:22 Uhr.