Ein ukrainischer Grenzsoldat steht am Kontrollpunkt an der Grenze zu Russland Wache. | AFP

Ukraine-Konflikt Moskau meldet weiteren Truppenabzug

Stand: 17.02.2022 11:19 Uhr

Das Verteidigungsministerium in Moskau hat einen weiteren Teilabzug russischer Truppen von der Krim gemeldet. Doch EU und NATO bleiben skeptisch: Es gebe bislang keine sichtbaren Zeichen der Deeskalation, hieß es in Brüssel.

Russland hat nach eigenen Angaben weitere Soldaten von der annektierten Krim abgezogen. "Einheiten des südlichen Militärbezirks, die ihre taktischen Übungen auf dem Truppenübungsplatz auf der Halbinsel Krim beendet haben, kehren mit dem Zug zu ihren Heimatstützpunkten zurück", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Fernsehbilder zeigten einen mit Militärfahrzeugen beladenen Zug beim Überqueren einer Brücke, die die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel mit dem Festland verbindet. Moskau hatte am Dienstag den Abzug eines Teils seiner Truppen von der ukrainischen Grenze angekündigt. Am Mittwoch erklärte Russland die Übungen auf der Krim für beendet und verkündete den Beginn des Truppenabzugs.

EU und NATO bleiben skeptisch

Der Westen reagierte zurückhaltend auf die Ankündigungen Moskaus. Die Europäische Union sehe vor Ort keine Zeichen der Deeskalation Russlands, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Vielmehr dauere der Truppenaufmarsch an, obwohl Russland das Gegenteil behaupte. Die EU bleibe angesichts dieser Entwicklung wachsam.

Auch die NATO bleibt skeptisch: Es gebe "Signale aus Moskau, dass die Diplomatie fortgesetzt werden könnte, aber bislang haben wir keine Anzeichen für einen Rückzug oder eine Deeskalation gesehen", sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu Beginn des zweiten Tages von Beratungen der Verteidigungsminister der Bündnisstaaten in Brüssel.

Russland habe erneut seine Fähigkeit und Bereitschaft unter Beweis gestellt, Gewalt anzudrohen, um seine Ziele zu erreichen. "Leider fürchte ich, dass dies der neue Normalzustand ist, auf den wir vorbereitet sein müssen", so Stoltenberg weiter.

OSZE meldet Gefechte in Ost-Ukraine

Auch die US-Regierung hatte Russland am Mittwoch vorgeworfen, seine Truppen an der Grenze zur Ukraine weiter aufzustocken. Der Westen fürchtet angesichts des massiven Truppenaufmarschs einen russischen Angriff auf das Nachbarland. Moskau weist jegliche Angriffspläne zurück.

In der Ost-Ukraine ist es nach Darstellung der OSZE-Beobachter vor Ort zu Gefechten gekommen. Es habe einen Artillerie-Beschuss gegeben, hieß es aus diplomatischen Kreisen unter Berufung auf die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Das ukrainische Militär berichtete, aus dem Gebiet der pro-russischen Separatisten sei im Gebiet von Luhansk auf eine Ortschaft geschossen worden. Auch im Donezker Gebiet seien Stellungen der Aufständischen beschossen worden. Die Rebellen hätten das Feuer erwidert. Beide Seiten berichteten nichts von Verlusten in den eigenen Reihen. Unabhängige Darstellungen liegen bislang nicht vor.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Februar 2022 um 11:00 Uhr.