Blick auf den Kreml in Moskau | AFP

Nach "Tiergartenmord"-Urteil Kreml setzt weiter auf Zusammenarbeit

Stand: 16.12.2021 13:48 Uhr

Nach dem Urteil im "Tiergartenmord"-Prozess sieht der Kreml das Verhältnis zu Kanzler Scholz als nicht belastet an. Das Außenministerium in Moskau dagegen hatte die Ausweisung zweier russischer Diplomaten scharf kritisiert.

Trotz der diplomatischen Spannungen um das Urteil im sogenannten Tiergartenmord-Prozess setzt der Kreml auf eine Zusammenarbeit mit dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz.

Die Ausweisung zweier russischer Diplomaten aus Berlin solle sich "in keiner Weise" negativ auf den Dialog zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Scholz auswirken, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Es handele sich aber um eine "unangenehme Episode" in den Beziehungen der beiden Länder.

Mit Blick auf die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 sagte Peskow, das Projekt sei im Interesse Russlands und Deutschlands. Die USA haben mit Sanktionen gegen die Pipeline gedroht, sollte Russland die territoriale Integrität der Ukraine verletzen.

Außenministerium findet deutlichere Worte

Zuvor hatte das russische Außenministerium die Reaktion Deutschlands als "weiteren unfreundlichen Schritt" bezeichnet. Der Vorwurf, dass die russische Regierung in den Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten im August 2019 verstrickt sei, sei haltlos, wurde das Ministerium weiter zitiert. Das Urteil sei politisch motiviert, Russland werde mit "angemessenen Maßnahmen" reagieren.

Wegen der Tat verurteilte das Kammergericht Berlin am Mittwoch einen Russen zu lebenslanger Haft. Nach Überzeugung der Richter handelte der heute 56-Jährige im Auftrag staatlicher russischer Stellen. Als Konsequenz erklärte das Auswärtige Amt zwei Diplomaten der russischen Botschaft in Berlin zu "unerwünschten Personen". Dies kommt einer Ausweisung gleich.

Scholz stellte sich hinter die Entscheidung Baerbocks. Es sei völlig richtig, dass die Außenministerin "mit einer klaren Antwort reagiert hat", sagte er zum Auftakt des EU-Gipfels in Brüssel, dessen Schwerpunkt die Beziehungen zu Russland sind.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 16. Dezember 2021 um 13:34 Uhr.