Hände tippen auf einer bunt beleuchteten Tastatur. | AFP

Krieg gegen die Ukraine Russische Hacker greifen 42 Länder an

Stand: 23.06.2022 07:18 Uhr

Ein kaum wahrnehmbarer, aber nicht unwichtiger Teil des Kriegs gegen die Ukraine spielt sich im Cyberspace ab. Microsoft hat in den vergangenen vier Monaten vermehrt russische Hackerangriffe festgestellt.

Experten von Microsoft haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in 42 Ländern Attacken russischer Hacker festgestellt. Insgesamt seien 128 Organisationen betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Zu Beginn des Kriegs hätten russische Truppen das Rechenzentrum der ukrainischen Regierung angegriffen, schreibt Microsoft in seinem Bericht. Die Ukraine habe die Angriffe überwunden, indem die Regierung ihre digitale Infrastruktur in die Cloud verlegt habe.

Die USA waren das wichtigste Ziel

In mehreren Wellen hätten russische Hacker dann Angriffe gegen 48 ukrainische Organisationen gestartet, um Software und Daten zu zerstören. Manche der Angriffe seien erfolgreich gewesen, aber insgesamt sei die Verteidigung gut gewesen, so Microsoft.

Auch in anderen Ländern gab es dem Bericht zufolge Cyberangriffe. Die USA waren Microsoft zufolge das wichtigste Ziel - aber zum Beispiel auch Polen, das die humanitäre Hilfe für die Ukraine koordiniert hat. Die baltischen Staaten seien ebenfalls betroffen gewesen, genauso wie Dänemark, Norwegen, Finnland, Schweden, die Türkei und andere NATO-Länder.

Ungleich verteilte Verteidigung

Russland habe es insbesondere auf Regierungscomputer der NATO-Mitgliedsstaaten abgesehen, schreibt Microsoft. Aber auch Nichtregierungsorganisationen, IT-Unternehmen, Energiebetriebe und andere wichtige Infrastrukturbetreiber seien betroffen.

Es gebe einige Verteidigungsmechanismen, diese seien aber in den einzelnen Ländern ungleich verteilt. Deshalb blieben die gemeinschaftlichen Verteidigungsmöglichkeiten gering, so Microsoft.