Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt eine Rakete, die von einem Raketensystem abgefeuert wird, während des Interkontinental-Raketentests in der Anlage in Plesetsk im Nordwesten Russlands (Archivbild). | dpa

Streit mit den USA Russland setzt Atomwaffen-Inspektionen aus

Stand: 09.08.2022 03:47 Uhr

Russland will die vertraglich vorgesehenen Kontrollen seines Atomwaffenarsenals durch die USA zunächst nicht wieder zulassen. Russland könne seinerseits unter den derzeitigen Bedingungen die Kontrollen auf US-Gebiet nicht durchführen.

Russland will vertraglich vereinbarte Kontrollen seines Atomwaffenarsenals durch US-Inspekteure vorerst nicht wieder dulden. Die westlichen Sanktionen behinderten Überprüfungen durch russische Kontrolleure auf US-Territorium, teilte das Außenministerium mit.

Es verwies auf Strafmaßnahmen gegen russische Flüge, Visabeschränkungen und andere Hürden, die den russischen Militärexperten das Reisen zu amerikanischen Nuklearwaffenanlagen unmöglich machten. Dadurch hätten die USA "unilaterale Vorteile", wenn die Inspektionen auf russischem Gebiet fortgeführt würden. Denn amerikanische Kontrolleure hätten solche Probleme nicht.

Inspektionen Teil des New-Start-Abkommens

Festgelegt sind die Kontrollen im New-Start-Abkommen, dem letzten noch bestehenden nuklearen Abrüstungsvertrag beider Länder. Der Pakt wurde 2010 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama und dem damaligen russischen Staatschef Dmitri Medwedew unterzeichnet.

New Start erlegt jedem der Länder eine Beschränkung auf insgesamt 1550 atomare Sprengköpfe auf. Beiden Seiten sind 700 aktive Trägersysteme gestattet, also Interkontinentalraketen und Bomber. Der Vertrag sieht umfassende gegenseitige Inspektionen vor Ort vor, um die Einhaltung zu prüfen.

Moskaus Schritt fällt in eine Zeit massiver Spannungen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Es ist das erste Mal, dass der Kreml die im Abrüstungspakt vereinbarten Inspektionen durch US-Experten auf Eis legt. Die Regierung von Präsident Joe Biden äußerte sich zunächst nicht zur russischen Entscheidung.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 08. August 2022 um 19:45 Uhr in den Nachrichten.