Menschen, die anstehen, um von Elizabeth II. Abschied zu nehmen | EPA

Nach dem Tod von Elizabeth II. Schlangestehen und Händeschütteln

Stand: 18.09.2022 18:09 Uhr

Der Strom der Menschen, die von der verstorbenen Queen Abschied nehmen wollen, riss auch am Tag vor deren Beisetzung nicht ab. Für König Charles III. steht dagegen am Abend bereits die Begrüßung vieler Staatsgäste auf dem Programm.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Alle 20 Minuten kündigen Schläge in der Westminster Hall an, dass das Wachpersonal wieder gewechselt wird. Der Strom der vielen Tausend, die persönlich Abschied nehmen wollen von der aufgebahrten Queen, reißt nicht ab. Darunter viele Veteranen, die vor dem Sarg salutieren. "Sie war doch unser Boss", sagt ein Veteran. "Ich hatte immer nur diesen einen."

Thomas Spickhofen

Kilometerlang zieht sich die Warteschlange immer noch am Südufer der Themse entlang. Wer sich hier einreiht, muss viele Stunden Geduld mitbringen - und eine dicke Jacke, denn es ist frisch geworden. Sonne und Wolken wechseln sich ab.

"Eine Erinnerung, die ewig hält"

Aber auch das kann die 16 Jahre junge Liberty nicht schrecken. "Wir waren im Supermarkt, haben uns da was zu essen geholt, und sind dann mit dem Zug hierher", erzählt sie. Das sei eine einzigartige Gelegenheit und "auf jeden Fall den ganzen Aufwand wert". Es sei ein geringer Preis, "für eine Erinnerung, die ewig hält".

Woanders wird für morgen geprobt. Der Weg von Westminster Hall nach nebenan zu Westminster Abbey zum Beispiel. Oder auch in Windsor - tief in der Nacht. Dort wird es morgen nach dem Staatsakt in London eine weitere Prozession geben. "Ich kann da aber leider nicht", erzählt eine Frau in der Nacht der BBC. "Deshalb bin ich jetzt hier zu den Proben gekommen." Die Trommelschläge, seien ihr direkt ins Herz gegangen, sagt sie und schlägt sich dabei mit der Hand auf die linke Brustseite.

Diplomatisches Großereignis

Der Terminkalender des Königs ist an diesem Sonntag prall gefüllt: Empfang der Premierministerin Lizz Truss, Empfang mehrerer Regierungschefs aus dem Commonwealth, und am Abend dann der Höhepunkt: Charles und Camilla, unterstützt von zahlreichen Mitgliedern der Königlichen Familie, begrüßen im Buckingham-Palast die Staatsgäste, die bereits eingetroffen sind.

Die Trauerfeiern gelten - bei allem Respekt für das Gedenken an die verstorbene Queen - auch als diplomatisches Großereignis mit der Gelegenheit zu zahlreichen informellen und bilateralen Gesprächen.

US-Präsident Joe Biden steht in Begleitung seiner Frau in der Nähe des Sarges von Queen Elizabeth II. in Westminster Hall | AP

US-Präsident Joe Biden kam am Nachmittag in Begleitung seiner Frau in die Westminster Hall, um der verstorbenen Queen Elizabeth II. an deren aufgebahrtem Sarg seinen Respekt zu erweisen. Bild: AP

Dieser Beitrag lief am 18. September 2022 um 18:05 Uhr auf BR24.