Königin Elizabeth II. | REUTERS

Weihnachtsansprache der Queen Freude, auch wenn ein Lachen fehlt

Stand: 25.12.2021 18:30 Uhr

Für Elizabeth II. ist es das erste Weihnachten ohne ihren Mann Philip. Coronabedingt wird auch nur im kleinsten Familienkreis gefeiert. Dennoch blickte die Monarchin in ihrer Weihnachtsansprache optimistisch in die Zukunft.

Mit einer außergewöhnlich persönlichen Weihnachtsansprache hat sich Königin Elizabeth II. in diesem Jahr an die Briten gewandt. "Obwohl es für viele eine Zeit großer Freude und Fröhlichkeit ist, kann Weihnachten schwierig sein für diejenigen, die geliebte Menschen verloren haben", sagte die 95-Jährige in der am am Weihnachtstag ausgestrahlten Ansprache. "Dieses Jahr verstehe ich besonders gut, warum."

Erstes Weihnachten ohne Prinz Philip

Die Königin hatte im April nach 73 Ehejahren ihren Mann Prinz Philip verloren. Sie habe in den Monaten danach großen Trost gewonnen aus der Wärme und der Zuneigung vieler Würdigungen zu Leben und Arbeit "meines geliebten Philip", sagte die Queen. Neben ihr auf einem Tisch war ein Foto zu sehen, das die beiden bei ihrer diamantenen Hochzeit 2007 zeigte. Die Königin, im leuchtend roten Kleid, hatte zur Weihnachtsansprache dieselbe Brosche angelegt wie damals - sie trug sie schon bei ihren Flitterwochen im Jahr 1947.

Sein "Sinn fürs Dienen, seine intellektuelle Neugier und seine Fähigkeit, aus jeder Situation Spaß herauszuquetschen", seien unbändig gewesen, sagte die Queen über ihren Mann. Das Aufblitzen dieses "schelmischen und interessierten" Funkens sei "bis zum Ende so hell gewesen, wie als ich ihn zum ersten Mal sah". An diesem Weihnachten werde "ein vertrautes Lachen fehlen". Dennoch werde Weihnachten auch in diesem Jahr Freude bereiten, "da wir die Möglichkeit haben, in Erinnerungen zu schwelgen".

Blick auf kleine Dinge und Rituale

Philip hätte sich gewünscht, dass seine Familie Weihnachten genieße, sagte die Monarchin. Doch aufgrund der Corona-Pandemie könne auch dieses Jahr das Fest nicht so wie üblich begangen werden. Umso wichtiger seien die kleinen Dinge und Rituale wie das Christbaumschmücken, das Singen von Liedern, solange der Ton getroffen werde, das Christbaumschmücken und das gegenseitige Schenken. 

Die Königin, die in den vergangenen Monaten selbst mit gesundheitlichen Problemen kämpfen musste, hatte angesichts des drastischen Anstiegs an Infektionen mit der Omikron-Variante in Großbritannien ihre Weihnachtspläne drastisch gekürzt. Sie verbringt ihr erstes Weihnachten ohne Philip auf Schloss Windsor, wo sie sich die meiste Zeit während der Pandemie aufhielt. Nach Palastangaben feierte sie den Weihnachtstag im kleinen Kreise mit ihren Söhnen Charles und Edward und ihrem Cousin Prinz Richard sowie deren Partnerinnen. Ihren üblichen Weihnachtsbesuch mit Festessen mit der Familie auf ihrem Landsitz Sandringham in Ostengland sagte sie ab.

Engagement von Charles und William gewürdigt

Für das kommende Jahr zeige sie sich aber optimistisch: Schon in sechs Wochen wolle sie das 70-Jahr-Jubiläum ihrer Thronbesteigung feiern. "Ich hoffe, dass es eine Gelegenheit wird für Menschen überall, einen Sinn von Gemeinschaft zu genießen", sagte sie.

Die Queen dankte in ihrer Ansprache auch Thronfolger Prinz Charles und dessen ältestem Sohn William, die mit ihrem Engagement für die Umwelt in die Fußstapfen von Prinz Philip getreten seien. Darauf sei sie "überaus stolz", sagte sie und fügte hinzu, die beiden würden "bewundernswert" unterstützt von ihren Frauen Camilla und Kate.

Nicht alle Royals werden erwähnt

Keine Erwähnung fanden hingegen Prinz Harry und Herzogin Meghan, die sich vom Königshaus losgesagt hatten. Die Queen spielte lediglich indirekt auf die im Juni auf die Welt gekommene Tochter des Paares, Lilibet, an, als sie auf die Geburt mehrerer royaler Babys im zu Ende gehenden Jahr hinwies.

Ebenfalls ausgeklammert bei der Rede wurde Prinz Andrew, der sich wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Gegen ihn läuft derzeit ein Zivilprozess in den USA, bei dem ihm ein Epstein-Opfer vorwirft, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew streitet das ab.

Bewaffneter Mann auf Schlossgelände

Für kurze Aufregung sorgte die Nachricht über einen bewaffneten Eindringling auf dem Gelände von Schloss Windsor, den die Polizei innerhalb kürzester Zeit festnehmen konnte. Der 19-Jährige habe sich am Samstagmorgen Zugang zur königlichen Residenz verschafft, teilte die Polizei mit. Ihm sei es aber nicht gelungen, ein Gebäude auf dem Schlossgelände zu betreten. Unmittelbar nach seinem Eindringen seien die nötigen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet worden.

Was für eine Waffe der Eindringling bei sich trug, ging nicht aus der Mitteilung hervor. Die Mitglieder der Königsfamilie seien über den Vorfall informiert worden. Man gehe nicht von einer Gefahr für die Öffentlichkeit aus, hieß es weiter.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Dezember 2021 um 08:15 Uhr.