Der Sarg von Queen Elizabeth II: ist in der Westminster Hall aufgebahrt. | via REUTERS

Staatsbegräbnis der Queen Nicht alle Gäste sind willkommen

Stand: 18.09.2022 12:30 Uhr

Zum Begräbnis von Königin Elizabeth II. sind 2000 Menschen eingeladen. Doch manche Gäste sind umstritten. Besonders die Reise des saudischen Kronprinzen bin Salman sorgt für Kritik. Die Warteschlange für Trauernde soll heute geschlossen werden.

Die britische Königin Elizabeth II. wird am Montag beigesetzt. Zu dem Staatsbegräbnis in der Westminster Abbey sind etwa 2000 Menschen eingeladen - darunter auch die britische Regierungsspitze und Hunderte Monarchen, Staats- und Regierungschefs aus aller Welt.

US-Präsident Joe Biden ist bereits gestern Abend angereist. Er will heute die Westminster Hall besuchen, wo der Sarg der Queen aufgebahrt ist. Außerdem wird erwartet, dass er den neuen König Charles III. trifft.

Gäste aus vielen Ländern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werden ebenfalls zu der Zeremonie erwartet, genauso wie Vertreter des europäischen Hochadels. Auch die neuseeländische Premierministerin Jacinda Adern und der australische Premierminister Anthony Albanese reisen für das Staatsbegräbnis an.

Dass der japanische Kaiser Naruhito und seine Gemahlin Kaiserin Masako ebenfalls kommen, wird als besondere Ehre gesehen. Die japanischen Monarchen nehmen traditionell nicht an Bestattungen teil.

Einige Gäste werden vertreten

Von den geladenen Gästen werden nicht alle persönlich nach London kommen. Der chinesische Staatschef Xi Jinping wird voraussichtlich von Vizepräsident Wang Qishan vertreten, der indische Premier Narendra Modi von Staatspräsidentin Draupadi Murmu.

Papst Franziskus schickt den Kurienerzbischof Paul Gallagher. Er ist so etwas wie der Außenminister des Vatikans.

Saudi-Arabiens Kronprinz will anreisen

Einige der Gäste sind durchaus umstritten. Zum Beispiel der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der für seine rechtspopulistischen Positionen bekannt ist.

Auch die Ankündigung der saudischen Botschaft, dass Kronprinz Mohammed bin Salman nach London reisen werde, hat für heftige Kritik gesorgt. Ob er an der offiziellen Zeremonie teilnimmt, ist unklar. Bin Salman wird vorgeworfen, hinter dem brutalen Mord am Journalisten Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul zu stecken.

Khashoggi-Verlobte wünscht sich Verhaftung

Die Verlobte von Khashoggi, Hatic Cengiz, bezeichnete gegenüber dem britischen "Guardian" bin Salmans angekündigte Reise als "Schande" für das Andenken der Queen. Der saudische Kronprinz versuche damit, "Legitimation und Normalisierung" zu erreichen.

Ihr Wunsch sei, dass bin Salman wegen Mordes verhaftet werde, wenn er in London lande. Sie glaube aber nicht daran.

Vertreter anderer Staaten haben dagegen keine Einladung erhalten - allen voran Russland. Dort gab man sich brüskiert und kritisierte die fehlende Einladung als "zutiefst unsittlich".

Eine Million Besucher in London erwartet

Zum Staatsbegräbnis erwartet die Behörde Transport for London rund eine Million Besucher. Ihr Chef Andy Byford sagte der Nachrichtenagentur PA: "Wir sind auf einen der verkehrsreichsten Tage vorbereitet, die Transport for London je erlebt hat. Es ist schwer, genau zu sagen, wie viele Menschen zusätzlich reisen werden, aber wir stellen uns auf potenziell eine Million Menschen ein."

Mitarbeiter aus allen Bereichen der Organisation arbeiteten daran, dass Besucher in der Stadt herumkommen könnten. Der Vorsitzende des Schienennetzbetreibers Network Rail, Peter Hendy, warnte vor "extrem stark frequentierten" Zügen. "Dies ist der größte Einsatz im öffentlichen Verkehr seit den Olympischen und Paralympischen Spielen in London 2012." Man arbeite eng mit allen Zugbetreibern zusammen.

Ministerium: Nicht mehr anstellen

Noch am Tag vor dem Staatsbegräbnis reihten sich Hunderte in die Warteschlange ein, um sich von der Königin zu verabschieden. Das britische Kulturministerium rief aber dazu auf, sich nicht mehr anzustellen. Die Wartezeiten würden bis zu 13 Stunden betragen. Im Laufe des Tages soll eine Entscheidung gefällt werden, wann die Schlange geschlossen wird, teilte das Ministerium auf Twitter mit. Die Kapazitäten seien schlicht erreicht. "Um Enttäuschungen zu vermeiden, fahren Sie nicht mehr los, um sich in die Warteschlange einzureihen", twitterte das Ministerium.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. September 2022 um 11:40 Uhr in den Nachrichten. Zudem zeigt das Erste am 19. September 2022 die Trauerfeier für die Queen um 09:00 Uhr im Ersten.