Die Belgische Polizei steht vor brennenden Barrikaden in Brüssel | AFP

Corona-Maßnahmen in Belgien Ausschreitungen bei Protesten in Brüssel

Stand: 21.11.2021 22:05 Uhr

In Belgiens Hauptstadt Brüssel ist es bei Protesten gegen die Corona-Politik zu Ausschreitungen gekommen. Polizisten wurden mit mit Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

Bei Protesten gegen verschärfte Corona-Maßnahmen in Brüssel ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Auf Bildern, die die Nachrichtenagentur Belga verbreitete, waren Polizeiwagen mit zerbrochenen Scheiben, brennende Barrikaden und der Einsatz von Pyrotechnik zu sehen.

Auf Videos auf Twitter, die die Proteste zeigen sollen, ist zu sehen, wie Feuerwerkskörper und andere Wurfgeschosse gegen die Polizei eingesetzt wurden und es zu Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften kam. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein.

Es habe 44 Festnahmen gegeben, drei Polizisten seien verletzt worden. Sechs Polizeifahrzeuge seien beschädigt, ein Roller der Beamten in Brand gesetzt worden. Auch Schaufenster und Autos von Privatpersonen seien in Mitleidenschaft gezogen worden.

35.000 Demonstrierende

Einer Schätzung der Einsatzkräfte zufolge beteiligten sich rund 35.000 Menschen an der zunächst friedlichen Demonstration. Sie zogen zur EU-Zentrale in Brüssel, riefen "Freiheit" und sangen die italienische Partisanenhymne "Bella Ciao". In der Menge waren Kennzeichen verschiedenster Organisationen zu sehen von Rechtsradikalen bis zu Vertretern sexueller Minderheiten.

Ihr Protest richtete sich unter anderem gegen verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. So dürfen Ungeimpfte künftig keine Restaurants und Bars mehr besuchen. Wo es möglich ist, müssen Arbeitnehmer ab Montag mindestens vier Tage pro Woche von Zuhause aus arbeiten. Zudem weitet Belgien die Impfkampagne auf fünf- bis elfjährige Kinder aus.

Ähnlich wie in Deutschland war die Zahl der Corona-Infektionen auch in Belgien in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Zuletzt wurden in dem Land mit rund 11,5 Millionen Einwohnern im Durchschnitt mehr als 12.000 Neuinfektionen am Tag verzeichnet. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2021 um 18:00 Uhr.