Prinz Andrew | AFP

Missbrauchsskandal Prinz Andrew stellt sich Geschworenenprozess

Stand: 26.01.2022 22:53 Uhr

Die Vorwürfe der Klägerin wiegen schwer: Der britische Prinz Andrew soll eine US-Amerikanerin als Minderjährige mehrfach missbraucht haben. Jetzt ließ Andrew mitteilen, dass er sich einem Geschworenenprozess stellen wolle.

Der britische Prinz Andrew will sich im Rechtsstreit um Missbrauchsvorwürfe einem Geschworenenprozess stellen. Das geht aus einem Dokument hervor, das seine Anwälte beim Gericht in New York einreichten. Dabei handelt es sich um eine formelle Antwort Andrews auf die Klage der US-Amerikanerin Virginia Giuffre, die Experten zufolge in dieser Form zu erwarten war. Eine außergerichtliche Einigung werde damit nicht ausgeschlossen.

Giuffre wirft dem Sohn von Queen Elizabeth II. vor, sie vor rund 20 Jahren als Minderjährige mehrfach missbraucht zu haben. Sie soll dabei von dem mittlerweile gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein an Andrew vermittelt worden sein. Andrew hat die Vorwürfe energisch zurückgewiesen. In dem nun vor einem Bundesgericht in Manhattan eingereichten Dokument werden elf Gründe aufgeführt, warum die Klage abgewiesen werden sollte.

Alle militärischen Dienstgrade entzogen

Der 61-jährige Prinz war zuletzt mit dem Versuch gescheitert, die Zivilklage per Antrag zu stoppen. Die Queen hatte ihrem zweitältesten Sohn nach Forderungen aus dem Militär alle militärischen Dienstgrade und Schirmherrschaften entzogen und sich damit deutlich von ihm distanziert. Auch auf die Anrede "Königliche Hoheit" muss er verzichten. Andrew werde sich in dem US-Prozess als privater Bürger verteidigen und weiterhin keine öffentlichen royalen Aufgaben mehr übernehmen, hatte der Buckingham-Palast Mitte Januar mitgeteilt.

Falls es zu einem Zivilprozess kommt, könnte dieser noch in diesem Jahr stattfinden. Gegen Andrew gibt es bisher keine offiziellen strafrechtlichen Ermittlungen. Doch der Schaden für seinen Ruf - und den des Königshauses - ist schon jetzt beträchtlich. Bereits Ende 2019 legte Andrew seine öffentlichen Aufgaben für die Royals nieder. Organisationen, denen er als Schirmherr gedient hatte, distanzierten sich reihenweise von ihm.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Januar 2022 um 08:10 Uhr.