In Portugal löscht ein Feuerwehrmann einen Brand | EPA

Dürre und Hitze Portugal kämpft gegen Waldbrände

Stand: 11.07.2022 10:51 Uhr

In Portugal herrscht eine Hitzewelle, erwartet werden Temperaturen bis zu 43 Grad. Als besonders gefährdet geltende Wälder wurden für die Öffentlichkeit gesperrt. Im gesamten Land gilt der dritthöchste Notstand.

Das im Sommer von Waldbränden bislang weitgehend verschonte Portugal wird nun von einer Hitzewelle und Dutzenden von Feuern heimgesucht. 36 Waldbrände seien im ganzen Land aktiv, teilte der Zivilschutz mit. Nach verschiedenen Schätzungen wurden in dem beliebten Urlaubsland in den vergangenen Tagen zwischen 2000 und 2500 Hektar Wald zerstört. Das entspricht einer Fläche von circa 2800 bis 3500 Fußballfeldern.

Wegen des erhöhten Waldbrandrisikos gilt seit Mitternacht im gesamten Land der dritthöchste Notstand, wie die Regierung in Lissabon am Wochenende angekündigt hatte. Er soll bis Freitag gelten.

"Sehr ernste Verschlechterung" der Lage

Bereits im Juni wurden 96 Prozent des Landes als unter schwerer oder extremer Dürre leidend eingestuft. Die Waldbrandgefahr wird von einer seit Wochen anhaltenden Dürre, die die Natur ausgetrocknet hat, begünstigt. Hinzu kommt eine Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 40 Grad, die am Samstag begann und mindestens bis Donnerstag andauern wird.

Als besonders gefährdet geltende Wälder wurden für die Öffentlichkeit gesperrt, der Einsatz von schwerem landwirtschaftlichen Gerät und Feuerwerke wurden wegen der Brandgefahr verboten.

Ministerpräsident António Costa verschob in dieser Woche einen geplanten Besuch in Mosambik. Zur Begründung erklärte sein Büro, die Wettervorhersagen deuteten auf eine "sehr ernste Verschlechterung" der Lage hinsichtlich der Brandgefahr in ländlichen Gebieten hin. Auch Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa verschob eine geplante Reise nach New York zum UN-Wirtschafts- und Sozialrat.

EU schickt Löschflugzeuge

Am schlimmsten ist die Lage in Ourém und Pombal im Zentrum sowie in Ribeira da Pena im Norden des Landes. Dort wüteten die drei derzeit größten Waldbrände, berichtete der staatliche TV-Sender RTP. Insgesamt seien dort rund 1000 Angehörige der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Polizei im Einsatz. Mehr als 700 von ihnen in Ourém, wo bereits einige Häuser und Tiere den Flammen zum Opfer fielen.

Die EU mobilisierte auf Antrag Portugals im Rahmen des Zivilschutzmechanismus ihre Flotte von Löschflugzeugen, um das Land bei der Bekämpfung der Waldbrände zu unterstützen. Nach Angaben des EU-Kommissars für Krisenschutz, Janez Lenarcic, sandte Spanien seinem iberischen Nachbarn unmittelbar zwei Löschflugzeuge. Portugal setzt weitere 60 ein.