Rettungsfahrzeuge vor dem Pniowek-Kohlebergwerk. | EPA

Explosion in polnischem Bergwerk Fünf Tote nach Grubenunglück

Stand: 20.04.2022 16:23 Uhr

In einem Steinkohlebergwerk in Südpolen hat es in der Nacht eine Explosion gegeben. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, mehrere Verletzte befinden sich noch in Lebensgefahr. Die Rettungskräfte suchen nach sieben Vermissten.

Bei einer Gasexplosion in einem Steinkohlebergwerk südlich von Kattowitz sind fünf Menschen getötet worden. Drei von ihnen starben unter Tage, der Vierte erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Unter den Todesopfern sei auch eine Rettungskraft, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki bei einem Besuch am Unglücksort.

"Worte bleiben einem im Halse stecken"

"Die Worte bleiben einem im Halse stecken, weil wir jetzt wissen, dass fünf Menschen tot sind und sieben noch in den Minenstollen feststecken", sagte Morawiecki am Unglücksort vor Journalisten. Den Angehörigen der Todesopfer sprach Morawiecki sein Mitgefühl aus. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Familien der Arbeiter.

Dem Bergbauunternehmen Jastrzebska Spolka Weglowa (JSW) zufolge explodierte kurz nach Mitternacht in einer Tiefe von 1000 Metern in der Pniowek-Mine Methangas. Auf dem Gebiet sollen sich zu diesem Zeitpunkt insgesamt 42 Bergleute befunden haben.

Einige sind noch in Lebensgefahr

Ein Großteil von ihnen ist verletzt und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Den Ärzten zufolge erlitten die meisten Verletzten Verbrennungen, einige seien noch in Lebensgefahr. Die Familien der Opfer erhielten psychologische Betreuung.

Die Rettungstrupps hatten nach JSW-Angaben wegen eines Feuers ihre Arbeit zwischenzeitlich aussetzen müssen. Offenbar kam es bei der Suche nach den drei vermissten Bergleuten zu einer weiteren Explosion. Der Kontakt zu sieben Rettern sei verloren gegangen, so der Krisenstab.

Rettungsteams noch im Einsatz

13 Rettungsteams seien aktuell dabei, nach den Vermissten zu suchen. Auch Rettungshubschrauber seien im Einsatz, teilte die örtliche Feuerwehr mit.

Polen gewinnt immer noch etwa 70 Prozent seiner Energie aus Kohle. In Polens Bergbau-Sektor arbeiten fast 80.000 Menschen. In den vergangenen Jahren ereigneten sich in dem Land mehrere Grubenunglücke. So kamen vergangenes Jahr beim Einsturz einer Mauer unter Tage in der südpolnischen Myslowice-Wesola-Mine zwei Männer ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. 2018 starben fünf Grubenarbeiter bei einem Erdbeben in der ebenfalls im Süden des Landes gelegenen Zofiowka-Mine.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. April 2022 um 12:20 Uhr.