Leeres Klassenzimmer in Dakar, Senegal | picture alliance / ZUMAPRESS.com

UN-Studie zu Bildung und Pandemie Warnung vor weltweiter Bildungsschere

Stand: 13.07.2021 18:20 Uhr

Eine neue UN-Studie zeigt: In weniger als einem Drittel der Länder mit geringem oder mittlerem Einkommen sind alle Schüler in den Unterricht zurückgekehrt. Die Gefahr von Bildungsrückständen und Schulabbrechern sei groß.

Mehrere UN-Organisationen haben vor einer weltweiten Bildungsschere aufgrund der pandemiebedingten Schulschließungen gewarnt. In weniger als einem Drittel der Länder mit geringem oder mittlerem Einkommen seien alle Schüler in den Präsenzunterricht zurückgekehrt.

Das erhöhe das Risiko von Bildungsrückständen und Schulabbrechern, heißt es in einer gemeinsamen Studie der Bildungs- und Kulturorganisation Unesco und dem Kinderhilfswerk Unicef, der Weltbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Vor allem Mädchen in Entwicklungsländern drohten aus dem Bildungssystem herauszufallen.

Erhebliche Unterschiede in Daten aus 142 Ländern

In den Daten zeigten sich teils erhebliche Unterschiede - so etwa in der Dauer des Schulausfalls oder der Ersatzformen für Präsenzunterricht. Während in reichen Staaten die Schulen 2020 im Durchschnitt 53 Tage geschlossen blieben, waren es in Staaten mit einem unteren mittleren Einkommen 115 Tage.

In Ländern mit geringem Einkommen hingegen verstärkten fehlende Möglichkeiten für Fernunterricht den Druck, Schulen schnell zu öffnen. Insgesamt nahmen den Angaben nach 142 Länder an der Umfrage teil, die den Zeitraum von Februar bis Mai 2021 abdeckt.

Mehr Förderprogramme nötig

Distanzunterricht als "Rettungsleine" sei für die besonders schutzbedürftigen Kinder außerhalb der Reichweite gewesen, erklärte der für Bildung zuständige Unicef-Direktor Robert Jenkins. Es genüge nicht, die Klassenräume erneut zu öffnen. Es seien Förderprogramme nötig, um die Schüler wieder auf die Spur zu bringen und besonders Mädchen und vulnerablen Kindern zu helfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2020 um 13:00 Uhr.